Die Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit hat am Dienstag den ersten Bildungsberichtsband für das Land Bremen und die beiden Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven veröffentlicht. Er hat den Titel „Bildung – Migration – soziale Lage“ und trägt vielfältige Kennzahlen für das Schuljahr 2009/10 zusammen. Wir vom ifib haben die Erstellung des Berichts hinsichtlich Fragen des Informationsmanagements und der Interoperabilität unterstützt. Wir freuen uns über das Ergebnis und danken den Autoren für den interessanten Einblick in die Tiefen des Bremer Bildungssystems, der unter der folgenden Adresse auch Ihnen zur Verfügung steht:
http://www.bildung.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen117.c.22800.de
Gesendet von A. Lange
Zuordnungen:
Nachrichten •
Öffentliche Verwaltung •
Schulen und Schulträger •
Interoperabilität •
(0) Kommentare • Permalink
Auf der Gemeinschaftsveranstaltung von i2b und der Gesellschaft der Freunde der Universität Bremen und der Jacobs University Bremen („unifreunde“) stand das Thema „Die Welt von Morgen – Cyber-Physical Systems“ am 17.04.2012 auf der Agenda (http://www.i2b.de/i2b-veranstaltungen/meet-up-details/?tx_seminars_pi1[showUid]=127).
Nach einem Einstiegsreferat von Prof. Dr. Drechsler vom DFKI Bremen zu den Grundlagen und Anwendungsfeldern von von Cyber-Physical Systems (CPS) wurde mit Vertretern von Wirtschaft (Daimler AG, BLG AG) und der Universität Bremen diskutiert. Der Fokus lag auf den Bereichen Automotive, Logistik und Produktion, wobei in der Diskussion auch weitere Zukunftsfelder wie Gesundheit und Mobilität adressiert wurden.
Dabei richteten sich die Beiträge v.a. auf die technologisch-motivierte Zukunft von Cyber-Physical Systems aus Sicht der Unternehmen und der Wissenschaft. Prof. Breiter vom ifib hob deren gesellschaftspolitische Bedeutung im Kontext des Prozesses der fortschreitende Mediatisierung aller gesellschaftlicher Teilbereiche hervor. In einer Welt voller scheinbar "intelligenter" Maschinen, an die Kontroll- und Steuerungsfunktionen zunehmend delegiert werden, stellen sich grundlegende Fragen der Handlungsautonomie des Menschen und der Regeln zum Umgang mit der Technik. Welche Grenzen sollen gesetzt werden, wie verändert sich unsere Vorstellung zur Privatsphäre, wenn "smart Objekts" untereinander kommunizieren und damit eine Verkettung von unseren persönlichen Daten zu einem Bewegungsprofil ermöglichen? Chancen und Risiken der Technik sind bislang noch nicht abgeschätzt und die Diskussion bewegt sich erst langsam aus einem Fachdiskurs in eine breitere Öffentlichkeit. Insofern plädiert Prof. Breiter für eine integrierte Technikbewertung derartiger großtechnischer Systeme unter der Berücksichtigung von Fragen des Datenschutzes, der Sicherheit, sowie der menschengerechten Gestaltung in Bezug auf Benutzbarkeit und Barrierefreiheit der Mensch-Maschine-Interaktion.
Diese zahlreichen offenen Fragen erfordern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine Beteiligung möglichst vieler gesellschaftlicher Gruppen. Das ifib wird sich in Zukunft in der Forschung mit diesen Fragen beschäftigen.
Gesendet von Andreas Breiter
Zuordnungen:
Veranstaltungen •
Partizipation und Teilhabe •
Interoperabilität •
(0) Kommentare • Permalink
Der erfolgreiche Einsatz von Informationstechnik erfordert die angemessene Berücksichtigung jeweils spezifischer sozialer, politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen im Anwendungsfeld. Doch noch immer scheitern IT-Projekte auch an einer Verkürzung auf technische Sachverhalte. Die Beiträge in vorliegendem Sammelband setzen sich mit unterschiedlichen Varianten solcher Organisationslücken die Bezeichnung geht auf Arbeiten von Herbert Kubicek zurück auseinander.
Aus Anlass des Wechsels in der Leitung des ifib haben Andreas Breiter und Martin Wind einen aktuellen Sammelband mit zahlreichen Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis zu den sozialen, politischen und rechtlichen Dimensionen des IT-Einsatzes zusammengestellt.
Aus dem Inhalt:
Erscheinungsformen der Organisationslücke: Perspektiven auf die Einbettung der Informationstechnik
Martin Wind & Andreas Breiter
Teil I
Organisationen und ihre IT
Treffpunkt Kooperationsplattform
Ralf Armbruster & Reinhard Jonas
Von freien Informationen und transparenten Organisationen
Claas Hanken
Die Organisatorische Brücke Ein Ansatz zur Bewältigung or-ganisatorischer Lücken in IT-Projekten am Beispiel des Elektronischen Gerichts- und Verwaltungspostfachs
Stephan Klein & Jan Windheuser
Organisation der IT-Unterstützung schulischer Bildungsprozesse dargestellt am Beispiel eines großen Schulträgers
Horst Tahetl-Matheis
Web 2.0-Technologien und Organisationsarbeit: wird die Lücke größer?
Marianne Wulff
Teil II
Politische Initiativen und ihre Umsetzung
Anschluss oder Ausschluss?
Jutta Croll
Medien- und IT-Management in Schulen am Scheideweg
Rudolf Peschke
eLearning: Vision und Wirklichkeit.
Ulrich Schmid
Teil III
Die Rolle der Wissenschaft für die Praxis
Was hat die Wissenschaft für E-Government getan?
Martin Hagen
Hypothesengeleitete Technikgestaltung als Grundlage einer kontextuellen Informatik
Reinhard Keil
Informationstechnik, Beratung und Innovation
Alfred Kieser
Learning Communities und Praktiksonden als Instrumente der Analyse und Entwicklung IndustrieweiterInformationsinfrastrukturen
Kai Reimers
Über das Bauen von Brücken und das Füllen von Lücken
Arno Rolf
Pilotierungsforschung
Gerhard Schwabe
Teil IV
Die Organisationslücke und der Datenschutz
Zukunftsfähiges Datenschutzrecht für Deutschland und Europa
Alexander Roßnagel
Informationstechnik und Privacy by Design: Eine Win-Win-Situation
Peter Schaar
Datenschutzrechtliche Verantwortlichkeit Anspruch und Wirklichkeit
Thilo Weigert
Verlagsinformationen und Bestellmöglichkeit
Gesendet von M. Wind
Zuordnungen:
Nachrichten •
Veröffentlichungen •
Öffentliche Verwaltung •
Hochschulen •
Schulen und Schulträger •
Vereine und Verbände •
E-Democracy •
E-Government •
Geschäftsprozesse •
Informationsfreiheit •
Interoperabilität •
IT-Management •
Neue Medien und Schulentwicklung •
(0) Kommentare • Permalink
In der Ausgabe der Computerwoche vom 18.4.2011 findet sich ein interessantes Interview mit Prof. Walter Brenner vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Uni St. Gallen. Befragt nach der künftigen Rolle der IT angesichts der steigenden Zahl von Digital Natives in der Arbeitswelt und der steigenden Bedeutung von Social Media antwortet er:
“Ich bin sicher, dass eine ganze Reihe von CIOs - ob es ein Viertel oder sogar ein Drittel sind, kann ich nicht quantifizieren - ihre Position demnächst verlieren wird. (...) Weder sind sie bereit, selbst zu lernen, noch ihren Mitarbeitern eine geeignete Lernumgebung zu geben. Mit dem Argument der Standardisierung verhindern sie, dass sich zarte Pflänzchen entwickeln können, die dem Unternehmen zu mehr Innovation verhelfen könnten.”
Das ist zunächst einmal eine steile These. Doch selbst wenn es nicht so kommen sollte wie von Brenner prognostiziert: Seine Überlegungen verdeutlichen, dass die IT-Verantwortlichen nicht zwangsläufig die Spitze der Bewegung sind, wenn es künftig darum geht, Social Media für die Organisationszwecke nutzbar zu machen und sich auch auf die Gewohnheiten der Generation einzustellen, der das Internet quasi in die Wiege gelegt worden ist. Aber wer dann? Zumal im öffentlichen Bereich, wo in den letzten Jahren nahezu jede Organisationsveränderung ihren Ursprung in der IT hatte.
Wir haben kürzlich eine Karte mit twitternden Kommunen veröffentlicht. Diese Beispiele zeigen: So langsam kommt Social Media im öfentlichen Bereich an. Aber noch sind dies Ausnahmen, die zudem vielfach von den Redakteuren des Webauftritts betrieben werden und sich darauf beschränken, Nachrichten der Pressestelle oder Veranstaltungshinweise auf weiteren Kanälen zu verbreiten.Mit neuen Formen der Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern hat das alles noch nicht allzu viel zu tun. Dennoch, der Anfang ist gemacht. Und wenn CIOs und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Höhe der Zeit bleiben wollen, beginnt für sie nun eine neue Phase des Lernens. Oder wie Brenner es ausdrückt:
“Es geht jetzt darum, dazuzulernen, Dinge auszuprobieren, neue Prozesse einzurichten und neue Wege zu gehen. Wer jetzt versucht, zu standardisieren oder zu verbieten, stellt sich gegen eine riesige Flutwelle und läuft Gefahr, weggespült zu werden.”
Nun trifft diese Entwicklung den öffentlichen Sektor in einer Zeit, in der es gerade erst mühsam gelungen ist, CIOs überhaupt einzusetzen und sich jenen Standardisierungsfragen zu stellen, die in den meisten Unternehmen schon seit Jahren auf der Tagesordnung stehen. Die Notwendigkeit, historisch gewachsene IT-Infrastrukturen hier weiter zu standardisieren, lässt sich nicht von der Hand weisen. Nur muss dies jetzt mit neuen Entwicklungen rund um Social Media und Open Government sowie mit den Ansprüchen der auf dem Arbeitsmarkt heiß umworbenen Digital Natives in Einklang gebracht werden. Wie dies gelingen kann, ist noch nicht erkennbar. Sicherlich hat Prof. Brenner aber Recht mit seiner Vermutung, dass dieser Herausforderung nicht jeder CIO gewachsen sein wird.
Gesendet von M. Wind
Zuordnungen:
Nachrichten •
Öffentliche Verwaltung •
E-Government •
Geschäftsprozesse •
Interoperabilität •
(0) Kommentare • Permalink
Wenn es um die offene und freie Bereitstellung von Daten der öffentlichen Verwaltung geht, wird zumeist recht schnell die Frage danach gestellt, wer - außer der Verwaltung selbst, Medienkonzernen und ein paar IT-Experten - denn wohl in der Lage sei, aus Rohdaten anschauliche Darstellungen zu machen. Gerade der Visualisierung von Daten mit Geobezug wird nicht selten nachgesagt, sie sei kosten- und zeitaufwendig und setze Spezialsoftware voraus.
Das wollten wir genauer wissen. Als Beispiel haben wir eine aktuelle Liste der Twitter-Accounts von Städten, Gemeinden und Landkreisen in Deutschland herangezogen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Die Daten lagen zunächst in einer Textdatei vor (reiner Text, lediglich durch Kommata getrennt, z.B. “@bremen_de,http://www.bremen.de,53.07,8.81” - wobei die letzten zwei Werte eine Kartenzuordnung nach dem geodätischen Referenzsystem WGS84 ermöglichen).
Sofern Geodaten zu Orten oder Adressen nicht vorliegen, lassen sich diese durch kostenlose Webtools (wie das Wiki-Tool Get Coordinate von Michael Caviglia) ermitteln.
Mit etwas Beispielcode, einem Texteditor und etwas Einkleben und Ersetzen war die Erstellung einer KML-Datei aus den Daten kein Problem. Dateien in KML (Keyhole Markup Language) werden von Google Maps (dort Pfad ins Suchfeld eintragen) und Google Earth verarbeitet.
Geht es nicht noch etwa freier und offener als Google? Ja es geht. Für OpenStreetMap gibt es eine JavaScript-Anwendung, die es ermöglicht, Kartenausschnitte mit frei definierbaren Objekt-Markern anzuzeigen. Auch hier ist die Übernahme der Daten kein Hexenwerk.
Das Ergebnis ist unter http://www.ifib.de/kommunaltwitter.html zu bewundern.
Schon einmal ganz nett. Im Osten Deutschlands lassen sich Verwaltungen offenbar kaum für Kurznachrichtendienste begeistern.
Mein Kollege Arne Hendrik Schulz hat die Daten schließlich zusätzlich in die Open-Source Statistiksoftware R (http://www.r-project.org) eingelesen. Mittels des Erweiterungs-Pakets twitteR konnte die Anzahl der Tweets und Follower per API von twitter.com extrahiert und mit den vorhanden Daten kombiniert werden. Die Landesgrenzen stammen aus der “GADM database of Global Administrative Areas”, welche über das Erweiterungs-Paket raster direkt in R einlesbar sind. Beide Datensätze wurden mittels ggplot2 grafisch dargestellt.

Abbildung: ifib, Lizenz CC BY
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich Daten mit Geobezug heute mit wenig Aufwand und ohne kostenpflichtige Spezialsoftware schnell zu anschaulichen Kartendarstellungen machen lassen. Die Bereitstellung von Verwaltungsdaten mit Ortsbezug als OpenData kann helfen, viele räumliche Zusammenhänge sichtbar zu machen. (Sinnvollere Anwendungsfälle als eine Twitter-Übersicht sind sicherlich leicht zu finden.)
Gesendet von C. Hanken
Zuordnungen:
Kommentare •
Öffentliche Verwaltung •
Vereine und Verbände •
E-Government •
Informationsfreiheit •
Interoperabilität •
(0) Kommentare • Permalink
© 2008 XHTML . CSS .
Powered by ExpressionEngine