Das ifib sucht Interviewpartner für die Evaluierung des Deutschen Bildungsservers.
Das ifib evaluiert derzeit im Auftrag des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) den Deutschen Bildungsserver (DBS) hinsichtlich seiner Nutzungs- und Entwicklungspotentiale. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei natürlich die Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer des DBS. Das ifib sucht daher Interessierte, die in kurzen Telefoninterviews über ihre Erfahrungen und Eindrücke mit den verschiedenen Informationsangeboten und Suchmöglichkeiten innerhalb des DBS Auskunft geben möchten. Ihre Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt.
Über eine rege Beteiligung würden wir uns sehr freuen! Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Björn Eric Stolpmann vom ifib: , ++49 421 218 4564.
Weitere Informationen zum Auftrag finden Sie auf der Projektseite.
Kommunale Prozessintelligenz hat zwei Seiten: Erstens geht es darum, Geschäftsprozesse in den Kommunen intelligent zu gestalten, so dass sie den Anforderungen der Kunden ebenso wie Kriterien von Wirtschaftlichkeit und Qualität gerecht werden. Zweitens müssen diese Prozesse selbst mit Intelligenz ausgestattet werden, damit erforderliche Informationen schnell, bedarfsgerecht und aktuell zur Verfügung stehen.
Auf der Tagung “Kommunale Prozessintelligenz”, die am 29. September 2009 erstmals in Bremen stattfand, informierten sich rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Vorgehensweisen und Ergebnisse abgeschlossener oder laufender Projekte im Zusammenhang mit Geschäftsprozessmanagement in Kommunalverwaltungen. Das Themenspektrum reichte von Darstellungen zu kommunalen Masterplänen, mit denen der Bogen zwischen IT und Prozessen geschlagen wird, über die Optimierung der Rechnungseingangsbearbeitung und Digitales Schriftgutmanagement bis hin zur zwischenmenschlichen Kommunikation als Erfolgsfaktor. Die Vorträge sind online dokumentiert.
Organisiert wurde die Tagung von der E-Government-Akademie des ifib in Kooperation mit dem Beratungshaus b.i.t.consult und der Fachzeitschrift “innovative VERWALTUNG” als Medienpartner. Erste Überlegungen, eine Veranstaltung mit ähnlichem thematischem Zuschnitt im kommenden Jahr zu wiederholen, wurden von den Besucherinnen und Besuchern unterstützt: Über 80% erklärten auf den Feedback-Bögen nach Möglichkeit an einer Folgeveranstaltung teilnehmen zu wollen.
In seinem Blog verweist Hermann Hill von der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer auf den Beitrag, den Daniela Berger, IT-Leiterin der Stadt Oldenburg, und ich kürzlich in Ausgabe 1/2009 der Schweizer Zeitschrift “eGov Präsenz” veröffentlicht haben. Darin haben wir unter anderem auf die Ergebnisse eines Workshops der Virtuellen Region Nordwest hingewiesen, bei dem sich gezeigt hat, dass Themen zum Wissensmanagement gegewärtig wieder steigende Bedeutung zugewiesen wird - auch wenn dieser Begriff angesichts mancher Enttäuschungen aus der Vergangenheit heute vielleicht nicht mehr so gerne gewählt wird. Hermann Hill geht in seinem Beitrag davon aus, dass die Erfahrungen mit dem einheitlichen Behördenruf D115, neue Formen der Bürgerpartizipation und auch die Bewältigung des demografischen Wandels für weitere Impulse in diese Richtung sorgen werden.
Nun gehören die Oldenburger Kolleginnen und Kollegen ja zu den ersten Kommunen, die sich dem D115-Verbund angeschlossen haben. Möglich war dies nur, weil sie bereits 2006 mit den Vorarbeiten für ihr Call Center, dort “ServiceCenter” genannt, begonnen haben. Seit Februar 2007 lief die Umsetzungsphase, im Sommer 2008 war das ServiceCenter schließlich einsatzbereit und konnte sich kurze Zeit später in den gerade startenden D115-Verbund integrieren. Die Oldenburger Erfahrungen sind äußerst lehrreich und zeigen einmal mehr, dass der Aufbau eines zentralen Call Centers in der Verwaltung mit einem tief greifenden Kulturwandel einhergehen muss. Wohltuend realistisch hat vor einiger Zeit der Leiter des Oldenburger ServiceCenters, Ingo Tulodetzki, bei einer Präsentation für interessierte Mitglieder der Virtuellen Region Nordwest darauf hingewiesen, dass nicht der Rummel um D115, sondern der Wunsch nach besserem Service und nach Prozessoptimierung Auslöser für die Einrichtung eines solchen ServiceCenters sein sollte. Werden die damit verbundenen Herausforderungen bewältigt, könne sich eine Kommune auch an D115 beteiligen.
Diese Sichtweise kann gar nicht oft und deutlich genug betont werden. Denn in der Praxis ist nur allzu oft die Tendenz anzutreffen, sich an publicityträchtigen Großprojekten zu beteiligen und die mühsame Veränderungsarbeit vor Ort zu vernachlässigen. Das gilt auch und gerade für das Thema Wissensmanagement.
Heute Morgen lese ich, dass der Bürgerservice 311 für City und County San Francisco zusätzlich über den Kanal Twitter erreichbar ist (@SF311). Twitter ist in letzter Zeit als Trendbegriff durch die Presse gegeistert: Mitglieder der Bundesversammlung schicken das Ergebnis der Wahl des Bundespräsidenten über Twitter verfrüht an die Öffentlichkeit (sueddeutsche.de) und kurz darauf wurde die Forderung nach einem Störsender für das Reichtstagsgebäude geäußert (ZEIT Online).
Barack Obama hat den Online-Dienst intensiv zu Wahlkampfzwecken genutzt (@BarackObama); ebenso der Kieler Oberbürgermeister (@OBKiel2009).
Bei Twitter kann man als Abonnent ("Follower") lesen, welches E-Government-Paper José M. Alonso vom W3C gelesen hat und wie er es bewertet (@josemalonso), welche Themen die “Generation C64” (SPIEGEL Online) dazu bringen, politisch aktiv zu werden (@netzpolitik) und wie man gemeinnützige Organisationen besser organisiert (@npo_vernetzt) und seine Meinung dazu äußern. Nicht zuletzt kann man hier auch technische Problemlösungen auf kurzem Wege vom Entwickler bekommen. Doch was ist Twitter?
Zunächst einmal löst der Online-Dienst ein Problem. Wie erfahren meine Freunde - und alle anderen, die es auch interessieren könnte - schnell, dass der Zug verspätet eintreffen wird oder dass die Veranstaltung in Saal B verlegt wurde? Ich könnte natürlich eine Handvoll SMS oder mobile E-Mails verschicken. Die schönere Lösung ist eine Kurznachricht an einen zentralen Dienst (http://www.twitter.com), der diese Nachricht im Web veröffentlicht. Die Frage “What are you doing?” soll mit maximal 140 Zeichen beantwortet werden. Wichtige Zusatzfunktionen sind das Versenden von Antworten (@), das Weiterverbreiten von Nachrichten (RT für “retweet") und die direkte Kommunikation (d für “direct message"). Darüber hinaus hat sich die Verwendung von “hashtag” genannten Schlagworten etabliert, das sind Kürzel für Veranstaltungen oder Anliegen, die mit einer Raute (#) eingeleitet werden, z.B. ”#gov20”. Eine Suche nach dieser Zeichenfolge trägt alle Nachrichten ("tweets") zum Thema zusammen.
Wie es in der Natur eines Medium liegt, enthalten auch bei Twitter die übertragenen Nachrichten nicht automatisch nur weise Worte oder nur Nichtigkeiten. Die Qualität des angezeigten Nachrichtenstrom hängt davon ab, wessen Nachrichten man mitliest (wem man “folgt"), selbstverständlich kann man ein Abonnement bei Nichtgefallen schnell beenden ("remove").
Zusätzlich attraktiv wird Twitter durch zahlreiche Anwendungen für Mobilgeräte und eine gute Suchfunktion (nützlich ist etwa die ortsbezogene Suche oder die Suche nach Hashtags). Selbstverständlich sind alle Datenausgaben auch als RSS-Feed verfügbar, womit sich alle Möglichkeiten des automatischen Filterns und Verknüpfens bieten (siehe Beitrag zu Mashups). Wer bei Twitter nicht aktiv ist, sollte den Dienst zumindest in sein Medien-Monitoring einbeziehen.
(Design Benutzeroberfläche: Twitter)
Alles in allem ist Mikro-Bloggen so spannend, dass auch ich nicht darum herum kam, mir (u.a. über Datenschutzbedenken hinweg) einen kostenlosen Account anzulegen (@egovzweinull). Vom Blogbeitrag zu SF311 habe ich übrigens bei Twitter erfahren (Danke @somed).