04.02.2010

Startschuss für Bürgerbeteiligungsprojekt zum Klimaschutz in Bremen

Mit einer gemeinsamen Pressekonferenz von der Bremer Klimaschutzagentur Energie-Konsens, dem Bremer Umweltsenator Dr. Reinhard Loske und dem ifib wurde am 3. Februar der offizielle Startschuss für ein zweijähriges Beteiligungsverfahren für Bremerinnen und Bremer gegeben, in dem neue Wege zur Motivation und Erfolgskontrolle des individuellen Klimaschutzverhaltens erprobt werden. Im Mittelpunkt steht ein Panel für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Stadt, in dem sich diese gemeinschaftlich verpflichten, eine bestimmte Menge an CO2 bzw. Energie in 2010 und 2011 einzusparen, und dies auch auf transparente Weise überprüfen lassen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung, welchen Einfluss die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern generell auf die Erreichung von Klimaschutz-bezogenen Zielen hat und ob es einen Unterschied hinsichtlich Qualität und Wirkungen von elektronisch gestützter Partizipation und tradtionell durchgeführten Beteiligungsmaßnahmen gibt.

Bremerinnen und Bremer können sich ab sofort unter http://www.e2democracy.eu/ichmachemit für die Teilnahme anmelden. Sie erhalten dann automatisch eine Einladung zur Auftaktveranstaltung am 3. März und weitere Informationen zum Verfahren.

In der Pressekonferenz wurden die Eckpunkte des zweijährigen Forschungsprojekts zum Klimaschutz präsentiert und ausgewählte Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 800 Bremerinnen und Bremern zu deren Klimaschutz-bezogenem Verhalten berichtet, die zur Vorbereitung des Beteiligungsverfahrens durch die Forschungsgruppe Wahlen im Rahmen des Projekts durchgeführt wurde. Wir berichteten am 4.12.2009.

„Die Studie zeigt, dass die Bremerinnen und Bremer die Zeichen der Zeit erkannt haben und bereit sind, selber für den Klimaschutz aktiv zu werden“, freute sich Umweltsenator Dr. Reinhard Loske bei der Vorstellung der Ergebnisse. Bereits jetzt handeln viele Bremer klimafreundlich – dies legen jedenfalls die Ergebnisse nahe: So achten rund 88 Prozent nach eigenen Angaben auf den Energieverbrauch, 79 Prozent verzichten auf Stand-By und 73 Prozent bevorzugen im Nahverkehr umweltfreundliche Verkehrsmittel. Jeder fünfte gibt an, Bio-Lebensmittel zu kaufen. Laut Umfrage sind auch neun von zehn Bremerinnen und Bremer der Meinung, dass neben Politik und Wirtschaft vor allem die Verbraucher gefordert sind, um die Klimaziele bis zum Jahr 2020 zu erreichen.  „Die Ergebnisse zeigen, dass die Bremer in vielen Bereichen schon sehr sensibilisiert sind“, so Dr. Cornelis Rasmussen, Geschäftsführer der Bremer Energie-Konsens. „Sie zeigen aber auch die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln. So halten knapp 80 Prozent öffentliche Verkehrsmittel für eine wichtige Maßnahme zur Bekämpfung des Klimawandels, doch nur knapp 50 Prozent lassen das Auto stehen und nutzen die Bahn für Fernreisen. Deutlich werde durch die Studie auch, so Rasmussen, dass klimafreundliches Handeln oft mit anderen positiven Effekten einhergeht oder dadurch angeschoben wird: „Rund die Hälfte der Befragten sagt, dass sie ihren Fleischkonsum verringert haben - der Grund ist jedoch nur selten der Klimaschutz, sondern vor allem Gesundheitsbewusstsein.“
Rund drei Viertel aller Befragten gaben an, dass sie bereit sind, weiter CO2 einzusparen. Jetzt soll erforscht werden, ob ein mehr an Information auch zu einem mehr an Handlungen führt und welche Informationswege dabei besonders gut funktionieren. Über zwei Jahre wird daher das ifib unter der Leitung von Prof. Dr. Herbert Kubicek in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt Bremerinnen und Bremer begleiten, die ihre CO2-Bilanz verbessern wollen. Gesucht werden dazu jetzt mindestens 400 Bremerinnen und Bremer. Sie werden durch regelmäßige Informationen und Veranstaltungen von der Bremer Energie-Konsens mit praktischen Tipps zur Verkleinerung des CO2-Rucksacks versorgt. Die Hälfte erhält die Informationen dabei nur via Internet, die andere Hälfte „klassisch“ über Papier und Veranstaltungen.

Gut die Hälfte der Befragten fühlt sich beim Thema Klimaschutz sehr gut oder gut informiert – die andere Hälfte nicht. „Aber nur etwa acht Prozent kennen das Bremer CO2-Einsparziel von 40 Prozent bis 2020 – die allermeisten setzen es sehr viel niedriger an und glauben auch nicht, dass 40 Prozent zu erreichen sind“, so Kubicek. „Dies zeigt uns einmal mehr, dass wir uns ein ebenso notwendiges wie ambitioniertes Ziel gesetzt haben“, so Senator Loske. Es sei noch viel Informationsarbeit zu leisten. Vor diesem Hintergrund begrüßt Loske das kommende Forschungsprojekt: „Mit den Ergebnissen werden wir hoffentlich die Bremerinnen und Bremer noch besser zum Thema Klimaschutz ansprechen und überzeugen können.“

In den kommenden Tagen werden 4.000 Bremerinnen und Bremer angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen. Aber auch wer keine Post erhält kann mitmachen und sich im Internet unter http://www.e2democracy.eu/ichmachemit oder unter Tel.: 0421/218 7375 (ifib) anmelden.

Die am 3. Februar vorgestellten Ergebnisse finden Sie auf dieser Website unter den Aktuellen Publikationen. Weitere Dokumente und Informationen zum Forschungsprojekt können Sie auf der Internetseite e2democracy.eu abrufen und die Videobeiträge des Weser-Kurier vom 4. Februar von Dr. Cornelis Rasmussen sowie von Prof. Dr. Herbert Kubicek können Sie hier und hier anschauen. Den Beitrag des Weser-Kurier vom 4. Februar finden Sie hier und den Beitrag von Radio Bremen hier. Hierunter ein Foto der Vortragenden in den Räumen der Bremer Klimaschutzagentur Energie-Konsens.

Dr. Loske, Dr. Rasmussen, Prof. Dr. Kubicek
Umweltsenator Dr. Reinhard Loske, Dr. Cornelis Rasmussen, Geschäftsführer der Bremer Energie-Konsens und Prof. Dr. Herbert Kubicek, Geschäftsführer des ifib.
Foto: Ralf Cimander, ifib

04.12.2009

Umfrage zum Klimaschutz in Bremen

In der ersten und zweiten Dezemberwoche findet eine repräsentative telefonische Umfrage unter Bremer Bürgerinnen und Bürgern zu ihren Einstellungen und Verhaltensweisen zum Thema Klimaschutz statt. Die Befragungsergebnisse fließen in ein Forschungsprojekt ein, das die Effizienz von Bürgerbeteiligung im Klimaschutz untersucht. Die Umfrage wird im Auftrag des ifib und der gemeinnützigen Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens durchgeführt und vom Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa unterstützt.
Das Telefonteam der Forschungsgruppe Wahlen ruft dazu aktuell 800 zufällig ausgewählte Haushalte in Bremen an. Bremens Umweltsenator Dr. Reinhard Loske bittet die Angerufen sich kurz Zeit zu nehmen die 25 Fragen zu beantworten. „Mit nur ein paar Minuten Zeit können Bremerinnen und Bremer weiterhelfen, Klimaschutzmaßnahmen künftig effektiver zu gestalten.“ Alle Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt und anonym ausgewertet. Weitere Informationen zum Forschungsprojekt des ifib finden Sie unter e2democracy.eu.
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Logo: e2democracy.eu

27.01.2009

Projekt “Medienkompetenz in der Schule”

Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hat das Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH mit der Durchführung des Forschungsprojektes “Medienkompetenz in der Schule” beauftragt.

Ziel des Projektes ist es, den aktuellen Stand des Einsatzes digitaler Medien als Lehr- und Lernmittel sowie der Medienbildung in weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen zu erheben. Dabei werden sowohl eine repräsentative Befragung von Lehrkräften als auch qualitative Fallstudien in ausgewählten Schulen durchgeführt. Kernfrage des Projektes ist es, die fördernden und hindernden Faktoren für die Nutzung digitaler Medien in der Schule zu identifizieren. Die Ergebnisse sollen ermöglichen, die Medienkompetenzförderung in Schulen zu optimieren und besser an den Bedürfnissen der Schulen, Lehrkräfte und Schüler(innen) auszurichten.

05.06.2008

Vorschläge zur elektronischen Bürgerbeteiligung an Innenminister Schäuble übergeben

Mehr Transparenz und Konsultationen der Bürgerinnen und Bürger empfohlen

Die Bundesregierung möchte mit dem Regierungsprogramm “E-Government 2.0” auch mehr Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung übers Internet schaffen.  Das ifib hat im Auftrag des Bundesinnenministeriums gemeinsam mit Zebralog e.V. aus Berlin in einer Studie den Stand der Online-Bürgerbeteiligung in Deutschland im internationalen Vergleich beschrieben und Handlungsempfehlungen formuliert. Die Ergebnisse hat Herbert Kubicek, Geschäftsführer des ifib, bei einem Termin am 3.6. an Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble übergeben und ihm dabei auch die darin enthaltenen Vorschläge näher erläutert.

“Angebote zur persönlichen Teilhabe und aktiven Beteiligung an den politischen Entscheidungsprozessen sind ein wertvolles Mittel, der zunehmenden Distanz der Bürgerinnen und Bürger zur Politik mit konkreten Maßnahmen zu begegnen”, betonte der Bundesinnenminister die Bedeutung der Studienergebnisse. Rund ein Viertel der Bevölkerung habe bereits politische Informations- und Beteiligungsangebote im Internet genutzt. 10 Mio. Menschen können sich vorstellen, E-Partizipationsangebote zu nutzen. Lokale Projekte zeigen das große Mobilisierungspotenzial der Mitmachangebote.

Die vom ifib abgegebenen Empfehlungen reichen von gezielten Online-Konsultationen Betroffener und Experten im frühen Stadium von Gesetzgebungen bis hin zu einem Förderprogramm für Nichtregierungsorganisationen, die auf diesem Feld äußerst innovativ sind. Daneben schlagen Kubicek und seine Mitautoren auf Bundesebene die Schaffung eines zentralen Registers für Informationen nach dem Informationsfreiheitsgesetz vor, wie dies in Deutschland bislang nur in Bremen umgesetzt worden ist.

Mit der Umsetzung eines Vorschlags wurden die Autoren der Studie sehr schnell beauftragt, nämlich die Ergebnisse von einem Fachpublikum über Internet beurteilen zu lassen. Auf der Website zur E-Konsultation können auch nach Abschluss der einmonatigen Online-Konsultation Kommentare nachvollzogen werden. Auch die Studie „E-Partizipation – Elektronische Beteiligung von Bevölkerung und Wirtschaft am E-Government“ kann dort heruntergeladen werden.

Prof. Kubicek und Bundesinnenminister Dr. Schäuble
(Foto: BMI/Grünewald)

Zum Webauftritt des ifib

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