Auf dem Workshop des GMDS/GI Arbeitskreis "Methoden und Werkzeuge für das Management von Krankenhausinformationssystemen" habe ich die Potenziale eines prozessorientierten IT-Service Managements nach ITIL für die klinische IT-Versorgung dargestellt. Ausgehend von der durch individuelle Leistungen Einzelner und nur teil-strukturierten Prozessen geprägten IT-Aufbauorganisation, wurden die Elemente der IT Infrastructure Library kurz erläutert und dann diskutiert. Dabei stand die Frage nach dem Zusammenspiel zwischen Informationsmanagement, Krankenhaus-Informationssystemen und IT-Service Management im Vordergrund.
Insgesamt ist deutlich geworden, dass die Krankenhaus-IT auch spezifische Anforderungen hat, die sich in Form eines branchenbezogenen ITIL-Rahmenwerks sehr gut umsetzen ließen. Hieran soll auf der nächsten GMDS/GI-Tagung im September in Braunschweig weiter gearbeitet werden.
Gesendet von Andreas Breiter
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Im Anschluss an meinen diesjährigen CeBIT-Besuch bin ich gestern nach Göttingen gefahren, um dort auf Einladung der Grünen über Open Government und die Bremer Aktivitäten und Erfahrungen auf diesem Gebiet zu berichten. Der Anlass: Die Stadt Göttingen hat auf Initiative der grünen Stadtratsfraktion im September 2011 eine Informationsfreiheitssatzung beschlossen und darin u.a. das „Prinzip der maximalen Öffentlichkeit“ festgeschrieben. Dazu heißt es in § 16 der Satzung:
„Das Prinzip der maximalen Öffentlichkeit soll Anwendung finden. Alle rechtlichen Ermessenspielräume werden ausgeschöpft, um eine frühestmögliche elektronische Veröffentlichung aller den Entscheidungsprozessen des Rates zugrunde liegenden Informationen zu ermöglichen. Das Nähere regelt die Hauptsatzung.“
Auch wenn ein Informationsfreiheitsgesetz im Land Niedersachsen nicht in Sicht zu sein scheint: In fortschrittlichen Kommunen ist Open Data längst angekommen – und das „Prinzip der maximalen Öffentlichkeit“ in Bezug auf politische Diskussionen und Entscheidungen ist ein wichtiger, erster Schritt auf dem Weg zum transparenteren Rathaus. Und zur „Stadt, die Wissen schafft“, so der Slogan der Stadt, passt diese Transparenz natürlich in ganz besonderem Maße. Inzwischen hat der zuständige Ausschuss auch die Geschäftsordnung des Rates im Sinne des Prinzips der maximalen Öffentlichkeit überarbeitet, die Verabschiedung des Entwurfs durch den Rat der Stadt steht kurz bevor.
Die Informationsfreiheitssatzung ist einer von mehreren Bausteinen, mit denen sich Politik und Verwaltung in Göttingen um mehr bürgerschaftliche Teilhabe bemühen. Besondere Bedeutung hat zurzeit der Bürgerdialog zur Erörterung von Einnahme- und Einsparvorschlägen für einen „Zukunftsvertrag“, der mit dem Land Niedersachsen zur Entschuldung der Kommune abgeschlossen werden soll.
In der Diskussion wurde u.a. deutlich, dass neben dem Zugang zu Daten vor allem die Kenntnis der Abläufe von politischen Verfahren sowie die transparente Gestaltung von Entscheidungsprozessen von großer Bedeutung sind. So gesehen ist der Zugriff auf Daten und Informationen zweifellos ein wichtiger Baustein für informierte Partizipation. Um dauerhaft eine neue Qualität in der Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, sind zahlreiche weitere Umbauten in Politik und Verwaltung erforderlich. Auch vor diesem Hintergrund ist es interessant zu verfolgen, welche Erfahrungen mit dem aktuellen Bürgerdialog zur Entschuldung Göttingens gesammelt werden und wie die Entscheidungsträger in der Verwaltung und die Mitglieder des Stadtrates mit den Vorschlägen der Bürgerinnen und Bürger verfahren werden.
Zum Schluss gab es als Dankeschön fürs Kommen von Uli Holefleisch, der für die Göttinger Grünen die Veranstaltung organisiert hatte, einen Pin mit dem Gänseliesel (dem Göttinger Wahrzeichen) fürs Jackett. Zum Glück hatte ich noch einen Pin mit den Bremer Stadtinformanten dabei, um mich angemessen zu revanchieren...
Gesendet von M. Wind
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In den bemerkenswert schönen Räumlichkeiten der Universität Salzburg fand vom 22. bis zum 25. Februar 2012 das 15. Internationale Rechtsinformatik Symposion – kurz: IRIS – statt. Es gehört zur Tradition dieser stark von juristischen Themen geprägten Veranstaltung, dass dort auch zu verwandten Themenkomplexen wie E-Government oder E-Democracy referiert und diskutiert wird.
Detail einer Fassade in der Salzburger Altstadt (Foto: Wind)
Ich habe in diesem Jahr zum ersten Mal an der IRIS teilgenommen. Nach meiner Ankunft am Donnerstag bin ich mit den Vorträgen zum E-Voting in der Session „E-Democracy III“ eingestiegen. Da ich mich gemeinsam mit Herbert Kubicek vor gut zehn Jahren eingehend mit diesem Thema befasst habe, gab es einige Deja-vu-Erlebnisse. Überhaupt finde ich es überraschend, dass über Online-Wahlen gegenwärtig wieder nachgedacht und diskutiert wird. Die Argumente pro und contra sind nicht neu – immerhin scheint es inzwischen unstrittig zu sein, dass Online-Wahlen kein probates Instrument zur Erhöhung der Wahlbeteiligung sind. Hier kommt es auf Themen und persönliche Betroffenheit an – die letzten Landtagswahlen in Baden-Württemberg (Stuttgart 21!) und die Abwahl des Duisburger Oberbürgermeisters (Love Parade!) haben uns dies deutlich vor Augen geführt.
Anschließend stand der „Themenabend Facebook“ auf dem Programm. Dieser wurde durch die lebendige und überaus fachkundige Präsentation des Wiener Studenten Max Schrems geprägt, der das Unternehmen in Irland, seinem europäischen Sitz, wegen Verstößen gegen europäische Datenschutzbestimmungen verklagt hat. Der Vortrag beeindruckte nicht nur durch Engagement und detailliertes Fachwissen, sondern auch durch die sympathische Einstellung von Schrems. Nach eigenen Worten geht es ihm nicht darum, Facebook zu verteufeln, auch hätte er selbst großes Gefallen an sozialen Netzwerken gefunden. Wichtig sei ihm aber, dass mit den Nutzerdaten verantwortungsvoll und rechtskonform umgegangen werde. Auf apokalyptische Szenarien wurde ebenso verzichtet wie auf spaßfreie Verzichtsappelle – insofern war der Vortrag eine Erholung im Vergleich zu vielen anderen bierernsten Beiträgen, die nicht selten auch durch ein gewisses Unverständnis gegenüber den Mechanismen sozialer Netzwerke gekennzeichnet sind.
Am nächsten Tag habe ich die beiden Sessions im etwas sperrig bezeichneten Veranstaltungsblock „Wissensbasiertes Prozessmanagement in Verwaltungsnetzwerken“ besucht und dort unsere norddeutsche Kooperation zum Thema Geschäftsprozessmanagement vorgestellt. Morgens standen stärker grundlagenbezogene Vorträge zur Rechtsmodellierung, zum Business Rule Management und zum Anforderungs-Assessment auf dem Programm, die allesamt sehr interessant und inspirierend für die Weiterarbeit waren. Nach der Mittagspause ging es mit Beispielen aus der Praxis weiter: Als erstes präsentierte Dagmar Lück-Schneider, Professorin an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin und Organisatorin dieses IRIS-Tracks zum Prozessmanagement, die Prozessbibliothek des Landes Berlin. Zu meiner großen Erleichterung zeigte ihr Vortrag, dass ich mit meiner Zurückhaltung gegenüber bundesweiten, groß angelegten Prozessbibliotheken nicht allein stehe. Auch bei den Fragen zur organisationsübergreifenden Verwendung von Notationen und Tools herrschte Einigkeit, so dass mein Bericht über unsere nordwestdeutschen Aktivitäten nahtlos an die Berliner Präsentation anknüpfen konnte. Den Abschluss der Session bildete die Vorstellung der Ergebnisse einer vom BMI beauftragten „Status quo-Analyse“ zur prozessorientierten Verwaltung.
Es war eine gelungene Veranstaltung, zumal sich Salzburg zumindest am Freitag mit Sonnenschein und blauem Himmel von seiner schönsten Seite zeigte. Sollte es sich anbieten, komme ich im nächsten Jahr gerne wieder.
Gesendet von M. Wind
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Am 7. und 8. Februar fand in Hannover zum zweiten Mal die DiKOM Nord statt. Die Veranstalter bezeichnen die DiKOM als "Fachmesse für digitale Kommunen", womit das Kürzel auch schon erklärt wäre. Im vergangenen Jahr hatte die DiKOM erstmals die Nachfolge der KOMCOM angetreten - einer bis dato gut besuchten und weithin bekannten Messe, die aufgrund irgendwelcher internen Querelen nicht fortgesetzt werden konnte.
Verlosung am Stand von ifib und ifib consult
Auf der diesjährigen DiKOM waren ifib und ifib consult mit einem eigenen kleinen Messestand vertreten - zum ersten Mal seit dem KGSt Forum 2008 in Bremen. Zum Auftritt gehörten auch zwei Fachvorträge: Am Dienstag referierte Emese Stauke zum Thema "iPads, Smartphones, Clouds für die Schul-IT - Wer soll das eigentlich alles noch managen?", am Mittwoch folgte mein Vortrag "Maschinen, Methoden, Menschen - wie sich IT und Prozessmanagement (wieder) rechnen".
Abgerundet wurde unser Engagement auf der DiKOM durch ein kleines Gewinnspiel, bei dem es drei USB-Sticks für den Schlüsselbund zu gewinnen gab. Den Gewinnern sind ihre Preise inzwischen zugeschickt worden. Um an der Verlosung teilzunehmen, wurde Zustimmung oder Ablehnung zu einigen Statements aus den Themenfeldern "Geschäftsprozesse", "Neue Medien und Schulentwicklung" und "Bürgerbeteiligung/-kommunikation" erbeten:

Blau: Zustimmung; Rot: Ablehnung; Grün: Enthaltung; alle Angaben in %

Insgesamt war es ein Messeauftritt mit interessanten Kontakten - allerdings auch mit einigen Mühen und Hindernissen. Auch wen die Fotos auf den Webseiten des Veranstalters einen anderen Eindruck erwecken, so blieb die Besucherzahl doch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Lag es an weiterhin bestehenden Unklarheiten nach dem Übergang von der KOMCOM zur DiKOM oder an der zeitlichen Nähe zur CeBIT oder an fehlenden Reiseetats der Kommunen - oder fehlt gegenwärtig einfach ein zugkräftiges Thema, zu dem sich potentielle Besucherinnen und Besucher Antworten von einem Messebesuch erhoffen?
Ärgerlich aus unserer Sicht zudem: Nachdem unsere Messevorbereitung ohnehin schon unter krankheitsbedingten Ausfällen zu leiden hatte, machten sich in der Nacht auf den Dienstag auch noch Diebe an unserem Leihwagen zu schaffen. Vor der Fahrt von Bremen nach Hannover mussten am frühen Morgen erst einmal Polizei und Autovermietung aufgesucht werden. Zum Glück hielt sich der materielle Schaden in Grenzen - und am Ende hat ja doch noch alles zur Zufriedenheit geklappt.
Verzögerungen bei der Fahrt zum ersten Messetag...
Gesendet von M. Wind
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Auf der 9. e-Learning Fachtagung Informatik (DeLFI 2011) in Dresden wurde der Beitrag über „Organisationslücken bei der Implementierung von E-Learning in Schulen“ von Louisa Karbautzki und Andreas Breiter mit dem 2. Platz des Best Paper Award ausgezeichnet.
Es beschreibt eine empirische Studie, in der zentrale Faktoren für den Erfolg oder Misserfolg für die Implementierung von Lernplattformen in Schulen identifiziert wurden. Bei einer Fallstudie wurden Schulleitungen, Lehrkräfte und IT-Beauftragte, die an einem Pilotvorhaben in einer Bildungsregion zur Einführung von Lernplattformen beteiligt waren, befragt. Die Analyse der erhobenen quantitativen und qualitativen Daten beschreibt die Rahmenbedingungen an den beteiligten Schulen und identifiziert konkrete Handlungsfelder für den erfolgreichen Einsatz von Lernplattformen im Unterricht.
Die LOG IN hat die Auszeichnung und damit einhergehende Empfehlung zur Veröffentlichung zum Anlass genommen, ihre neue Rubrik „Aus Wissenschaft & Praxis“ mit einer überarbeiteten Fassung des DeLFI-Beitrags zu eröffnen. Artikel, die in dieser Rubrik Platz finden, zeichnen sich dadurch aus, dass sie „wissenschaftliche Erkenntnisse über die Schulpraxis aufzeigen und zugleich eine eindeutige schul- und unterrichtspraktische Relevanz besitzen.“ (LOG IN Nr. 169/170 (2011), S. 72).
Gesendet von L. Karbautzki
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