Meinen Einführungsvortrag im Rahmen des diesjährigen Medientages des Staatlichen Schulamts für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg habe ich unter die Frage danach gestellt, ob sich die Schule am Ende der Buchkultur befindet. Die Idee typographischer Schulkulturen, die primär auf dem heimlichen Ideal der Lesbarkeit der Welt gründen, geht auf die Arbeit von Jeanette Böhme zurück. Sie eignet sich besonders gut, um zu illustrieren, dass traditionelle Medien und Medienpraxen nach wie vor in der Schule von ungebrochen hoher Relevanz sind. Um zu verstehen, warum das so ist, muss man sich vor allem mit den (berufs-)biografischen Orientierungen von Lehrkräften auseinandersetzen und sie rekonstruieren. Dieses Wissen ist unverzichtbar, um die Medienintegration im Rahmen von Schulentwicklungsprozessen kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Gesendet von Stefan Welling
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Vor kurzem fand in Berlin der vierte „Praxistag Wissensmanagement“ des Bundesverwaltungsamts statt. Gemeinsam mit Ulrich Zuber, dem Organisator der Veranstaltung, habe ich dort einen Workshop zum Thema „Wissen ist Macht? Wissensmanagement wird in den Köpfen entschieden“ gestaltet. Meine Präsentation, in der ich zum Einstieg in die Diskussion u.a. auf die Bedeutung formeller und informeller Organisationsstrukturen und die Unterscheidung zwischen explizitem und implizitem Wissen aufmerksam gemacht habe, ist hier zu finden.

Der Tag begann mit einem eindrucksvollen Statement zur Bedeutung des Wissensmanagements durch den BVA-Präsidenten Christoph Verenkotte. Stephan Schillerwein von der Infocentric Research AG aus der Schweiz referierte anschließend seine Erfahrungen zum Intranet Management – schon hier wurde deutlich, dass in Unternehmen und Behörden in Sachen Wissensmanagement vielerorts noch viel zu tun ist.
In unserem Workshop wurde u.a. danach gefragt, wie realistisch die Vorstellungen zum Wissensmanagement angesichts fehlender personeller und zeitlicher Ressourcen eigentlich seien. Auch Fragen zur Gewährleistung der Datenqualität und Grenzen der IT-Unterstützung wurden erörtert.
Wie weit Anspruch und Realität noch auseinander klaffen, zeigte sich anschließend im zweiten Workshop des Tages, den Stephan Schillerwein zum Thema Intranet Governance organisiert hatte. Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten über Vorbehalte und Hindernisse, selbst bei der internen Nutzung von Social Media-Funktionalitäten. So scheint es keine Seltenheit zu sein, dass Datenschützer schon die Möglichkeit, bei internen Diskussionsforen dem Nutzerkonto ein persönliches Foto hinzuzufügen, kritisieren. Dem Hinweis auf die Freiwilligkeit werde mit dem Argument begegnet, dass implizit ein gewisser Druck auf den einzelnen erzeugt werde, sein Foto zu hinterlegen, wenn die Funktion angeboten und von vielen auch genutzt werde.
Der Weg zum effektiven Wissensmanagement ist vielerorts also noch sehr weit. Umso erfreulicher ist das Engagement von Ulrich Zuber und seinem Team beim Bundesverwaltungsamt. In zwei Jahren steht der fünfte „Praxistag Wissensmanagement“ an – hoffentlich ist das Thema bis dahin in noch mehr Köpfen angekommen.
Gesendet von Martin Wind
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Auf der 7. Ländertagung Bildungsberichterstattung in Hamburg beim Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) habe ich die versammelten Ländervertreter/innen mit meinem Vortrag zu Open Government Data und die Zukunft der Bildungsberichte zumindest kurzzeitig in Aufregung gebracht. Nicht nur die gesetzlichen Regelungen der Informationsfreiheitsgesetze in einigen Bundesländern, sondern insbesondere die gesellschaftliche Entwicklung hin zu mehr Transparenz auch in Bezug auf Verwaltung und Ministerien machen einen Wandel beim Bildungsmonitoring unumgänglich. 360 Seiten deskriptive Daten auf Papier zu allen Bildungsbereichen (oftmals entlang der Struktur des Bundesbildungsberichts) sind zwar interessant für sehr ausgewählte Zielgruppen, aber kaum verständlich für ein breites Publikum. Alle Bildungsberichte werden als PDFs online gestellt, zum Teil mit aufwändigen Tabellenbänden als Begleitmaterial. Im Sinne der Open-Government-Data Idee ist das aber nicht. Es fehlen Rohdaten, eine angemessene Erschließung oder auch die zeitnahe Bereitstellung. Der Tenor der Diskussion war: "wir müssen da ran, wissen aber nicht wie und haben Angst, Daten zu veröffentlichen, die missbräuchlich genutzt werden könnten".
Wir vom ifib bleiben an dem Thema ganz im Sinne der angewandten Forschung dran.
Gesendet von Andreas Breiter
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Am 17. April fand in Oldenburg ein norddeutscher Erfahrungsaustausch zum Betrieb der einheitlichen Behördenrufnummer 115 statt. Oldenburg hat bereits 2008 ein Call Center - hier "ServiceCenter" genannt - in Betrieb genommen und erwartet noch im April den Anruf Nr. 1.000.000. Die Veranstaltung wurde mit einer Podiumsdiskussion abgeschlossen, die ich moderiert habe. Zuvor gab es Erfahrungsberichte zur Entwicklung und zum Betrieb des 115-Verbunds.

Den Auftakt machte Henning Lühr, Staatsrat bei der Bremer Senatorin für Finanzen und Vertreter Bremens im IT-Planungsrat. Er sieht eine wesentliche Herausforderung von 115 im wechselseitigen Lernen und im kulturellen Wandel. "Management by Eichhörnchen" - Wissen sammeln und so verstecken, dass es niemand anders findet - müsse der Vergangenheit angehören.
Schon 2001, also deutlich vor dem Start der bundesweiten Initiative 115, startete in Dortmund die "doline". Simone Dorka berichtete, dass mit 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jährlich rund 870.000 Anrufe bearbeitet werden. Die Erstlösungsquote liegt bei 70%. Die doline berät nicht nur zu städtischen Dienstleistungen, sondern auch in Angelegenheiten, die Bund, Land oder die städtischen Betriebe betreffen.
Anschließend beleuchtete Thomas Wolf-Hegerbekermeier ("Ich habe den längsten Namen, aber nicht den längsten Vortrag.") vom Kreis Lippe den Betrieb eines ServiceCenters durch einen Landkreis. Auch er sah im Wissensmanagement die zentrale Herausforderung. Obwohl sich im Kreis Lippe inzwischen einige Gemeinden dem Verbund angeschlossen haben, sah er es als eher unwahrscheinlich an, innerhalb eines Kreises eine Abdeckung von 100% zu erreichen.
Ingo Tulodetzki, Leiter des Oldenburger ServiceCenters, präsentierte alternative Varianten, wie sich eine Kommune in den 115-Verbund integrieren kann. In Oldenburg sind von der ersten Planung bis zum Start zwei Jahre vergangen. Inzwischen erbringt das ServiceCenter auch Leistungen für die Gemeinde Ganderkesee und für die Samtgemeinde Artland. Kommunen, die sich einem bereits existierenden ServiceCenter anschließen, können nach drei bis vier Monaten startklar sein. Ingo Tulodetzki wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Betrieb eines eigenen ServiceCenters nach vorliegenden Berechnungen erst ab etwa 120.000 Einwohnern wirtschaftlich darstellbar sei.
Kirsten Nax vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport informierte über den Entwicklungsstand des Bürger- und Unternehmensservice Niedersachsen (BUS) und dem zugehörigen Modul "ps::Servicecenter", das u.a. Konnektoren für die Integration von Wissensmanagement-Systemen sowie Funktionalitäten zur Ticketannahme und Vorgangsbearbeitung bietet.
Vor der Podiumsdiskussion unterstrich Dr. Georg Thiel vom Bundesinnenministerium seine Überzeugung, dass Verbundlösungen und Shared Services wesentliche Elemente darstellen, um auch in Zukunft über eine leistungsfähige und international konkurrenzfähige Verwaltung zu verfügen. Gerade die anstehenden demografischen Veränderungen würden in den nächsten Jahren für zunehmenden Veränderungsdruck sorgen, dem am besten gemeinsam begegnet werden könne.
An der von mir moderierten Podiumsdiskussion nahmen neben Dr. Georg Thiel vom BMI und Henning Lühr aus Bremen die Oldenburger Amtsleiterin für Personal- und Verwaltungsmanagement, Frau Inge von Danckelman, sowie die Vertreter der kommunalen Spitzenverbände in Niedersachsen teil: Thorsten Bullerdiek für den Städte- und Gemeindebund, Manfred Malzahn für den Landkreistag und Ulrich Mahner für den Städtetag. In der Diskussion wurde betont, dass Verbünde wie 115 keinesfalls zu Identitätsverlusten auf kommunaler Ebene führen, sondern - im Gegenteil - erst die Freiräume schaffen, um auf kommunaler Ebene gestaltungsfähig zu bleiben. Bedauert wurde, dass das Land Niedersachsen dem Verbund noch nicht beigetreten ist. Zum Schluss bat ich die Podiumsteilnehmer um eine Schätzung, wie viele deutsche Kommunen in zehn Jahren wohl über die 115 erreichbar sind - das Spektrum reichte von deutlich unter 50% bis zu 70%.
Ich habe mich sehr gefreut, einen Beitrag zum Gelingen dieser interessanten Veranstaltung leisten zu dürfen. Und ich habe gelernt, dass der Verbund nicht mehr "D-115", sondern nur noch "115" heißt. Ich gelobe Besserung.
Gesendet von Martin Wind
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Am 29. November 2011 fand die vom ifib in Zusammenarbeit mit dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) organisierte bundesweite Tagung IT-Innovationswerkstatt für Schulträger in Karlsruhe statt. An der Veranstaltung haben ca. 140 Entscheidungsträger aus dem öffentlichen Bereich, vor allem aus den Schulverwaltungen, teilgenommen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf Zukunftsthemen, die in den nächsten Jahren auf Schulträger zukommen und die IT-Systemlandschaft sowie die dazugehörigen IT-Services verändern werden. So befassten sich die Referentinnen und Referenten mit Themen zur Integration von Smartphones und Tablets in die IT-Infrastrukturen der Schulen, mit Cloudlösungen oder dem Mehrwert der IT für Lehrkräfte.
Wie viel IT-Infrastruktur braucht eine Schule überhaupt und welche Herausforderung stellt der Medienwandel für Betrieb und Support? Das waren zentrale Fragen, für die Antworten und Lösungsansätze aufgezeigt wurden.
Im Verlauf der Veranstaltung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem die Gelegenheit, sich mit anderen Schulträgern, Landesinitiativen und Anbietern auszutauschen.
Die Beiträge der Referentinnen und Referenten bietet das LMZ zum Download an:
http://www.support-netz.de/newsletter-artikel/it-innovationswerkstatt.html
Gesendet von B. E. Stolpmann
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