Auf der 7. Ländertagung Bildungsberichterstattung in Hamburg beim Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) habe ich die versammelten Ländervertreter/innen mit meinem Vortrag zu Open Government Data und die Zukunft der Bildungsberichte zumindest kurzzeitig in Aufregung gebracht. Nicht nur die gesetzlichen Regelungen der Informationsfreiheitsgesetze in einigen Bundesländern, sondern insbesondere die gesellschaftliche Entwicklung hin zu mehr Transparenz auch in Bezug auf Verwaltung und Ministerien machen einen Wandel beim Bildungsmonitoring unumgänglich. 360 Seiten deskriptive Daten auf Papier zu allen Bildungsbereichen (oftmals entlang der Struktur des Bundesbildungsberichts) sind zwar interessant für sehr ausgewählte Zielgruppen, aber kaum verständlich für ein breites Publikum. Alle Bildungsberichte werden als PDFs online gestellt, zum Teil mit aufwändigen Tabellenbänden als Begleitmaterial. Im Sinne der Open-Government-Data Idee ist das aber nicht. Es fehlen Rohdaten, eine angemessene Erschließung oder auch die zeitnahe Bereitstellung. Der Tenor der Diskussion war: "wir müssen da ran, wissen aber nicht wie und haben Angst, Daten zu veröffentlichen, die missbräuchlich genutzt werden könnten".
Wir vom ifib bleiben an dem Thema ganz im Sinne der angewandten Forschung dran.
Gesendet von Andreas Breiter
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Die Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit hat am Dienstag den ersten Bildungsberichtsband für das Land Bremen und die beiden Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven veröffentlicht. Er hat den Titel „Bildung – Migration – soziale Lage“ und trägt vielfältige Kennzahlen für das Schuljahr 2009/10 zusammen. Wir vom ifib haben die Erstellung des Berichts hinsichtlich Fragen des Informationsmanagements und der Interoperabilität unterstützt. Wir freuen uns über das Ergebnis und danken den Autoren für den interessanten Einblick in die Tiefen des Bremer Bildungssystems, der unter der folgenden Adresse auch Ihnen zur Verfügung steht:
http://www.bildung.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen117.c.22800.de
Gesendet von A. Lange
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Auf der Tag der Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer in Bremen und Niedersachsen (TILL) stand die Frage nach der Abgrenzung oder Verschmelzung von Medien- und Informatikbildung im Fokus meines Vortrages:
Nahezu alle Bundesländern haben in den letzten Jahren Initiativen zur Förderung von Medienkompetenz in der Schule gestartet. Die Vorstellungen sind oftmals auf die instrumentelle Bedienkompetenz und die Nutzung des Internet beschränkt. Medienbildung im Sinne einer umfassenden auch informellen Bildung mit und über Medien sowie die Medienintegration zur Verbesserung der Unterrichtsqualität werden nur am Rande gestreift. Auf der anderen Seite spielt die Informatische Bildung als zentrale Kompetenz in einer auf Datenverarbeitung und Informationsmanagement basierenden Wirtschafts- und zunehmend auch Sozialordnung in diesen Diskussionen eine untergeordnete Rolle. Daraus ergibt sich das zentrale Thema des Vortrags: sind sie unvereinbar oder wie passen sie zusammen?
Gesendet von Andreas Breiter
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Auch in diesem Jahr hat die DeLFI beschlossen, den Workshop Lerninfrastrukturen anzubieten, den das ifib wie schon im letzten Jahr wieder mitgestalten wird. Neben Beiträgen, die als Artikel auch im Tagungsband erscheinen sollen, haben wir in diesem Jahr auch Praxisberichte von Lehrkräften vorgesehen. Wir wünschen uns zahlreiche Einreichungen zu dem beigefügten Call, würden uns freuen, wenn Sie den Call weiter verbreiten und hoffen auf eine rege Beteiligung an dem Workshop in Hagen.
DeLFI 2012, Fernuni Hagen, 24.9.2012
Programmkomitee
Breiter, A., Döbeli Honegger, B., Heinen, R., Herber, E., Kerres, M., Moser, S., Schiefner-Rohs, M., Schulz-Zander, R., Stolpmann, B.E., Vaupel, W., Wedekind, J., Welling, S.
Abstract: Kinder und Jugendliche verfügen in zunehmendem Maße über persönliche mobile Geräte, die jedoch aktuell noch kaum in schulischen Kontexten genutzt werden. Gleichzeitig wird der Einsatz von Tablets dort in zunehmendem Maße erprobt. Der Workshop bietet ein Forum, um Chancen, Perspektiven, Herausforderungen und Grenzen der Arbeit mit persönlichen, mobilen Geräten in der Schule zu diskutieren. Im Zentrum der Diskussion sollen pädagogische, didaktische, organisatorische und rechtliche Aspekte stehen.
1 Hintergrund und Ziele des Workshops
Wirft man einen Blick in die Schule und auf die Geräteausstattung von Schülerinnen und Schülern, so sind zwei Tendenzen sichtbar: Zum einen besitzen immer mehr Jugendliche inzwischen Smartphones (vgl. auch JIM-Studie 2011). Mit dem Mobiltelefon im klassischen Sinn haben diese Geräte nur noch insofern eine Gemeinsamkeit, dass man damit auch telefonieren kann. Ansonsten handelt es sich um mobile Kleinstcomputer, die sich prinzipiell auch in Lern- und Lehrkontexten einsetzen lassen. In der Schule fallen solche Geräte aber zumeist noch unter das oft vorherrschende „Handyverbot“. Zum anderen erfreuen sich auch Tablets zunehmender Beliebtheit in schulischen Bildungskontexten. So gibt es beispielsweise immer mehr “iPad-Klassen”, die aber meist in Form von schulisch organisierten Einzelprojekten durchgeführt werden. Es stellt sich die Frage, warum Smartphones, Notebooks, Netbooks, Tablets, Handhelds und andere Geräte, die die Schülerinnen und Schüler schon heute besitzen, nicht systematisch im Unterricht Verwendung finden. Diese Entwicklung wird inzwischen unter dem Titel „Bring your own device“ (BYOD) diskutiert und gewinnt kontinuierlich an Aufmerksamkeit.
Aber auch auf der Seite der Anbieter von schulischen Bildungsangeboten kommt es zu Veränderungen: Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von webbasiertem Content, Bildungs-Apps und künftig wohl auch digitalen Schulbüchern über die Online-Marktplätze der marktführenden Plattformanbieter kommt möglicherweise auch Bewegung in den Schulbuchmarkt mit entsprechend neuen Angeboten, Nutzungs- und Distributionsmodellen. Entwickeln sich Apps, von unterschiedlichen Geräten und Gerätetypen nutzbar, zum kleinsten gemeinsamen Nenner heterogener Lerninfrastrukturen? Die verstärkte Nutzung dieser Medien führt damit auch zu einer neuen Betrachtung der Frage, wie Daten in der Schule zukünftig gespeichert und weiterverarbeitet werden sollen. Verschwinden z.B. serverbasierte dezentrale Infrastrukturen aus den Schulen künftig alle in der so genannten Cloud und welche Rolle spielen klassische Lern-Management-Systeme in diesem Kontext?
Der Workshop bietet ein Forum, um sich fachlich fundiert auf der Basis vorhandener (Praxis-)Erfahrungen über die Perspektiven, Chancen und Grenzen des schulischen Lernens mit privaten, mobilen Geräten auszutauschen und erste Einschätzungen zu wagen, welche pädagogischen, technischen, organisatorischen, didaktischen und rechtlichen Konsequenzen diese Entwicklungen für das Lehren und Lernen mit digitalen Medien in der Schule haben.
Wir wünschen uns daher neben wissenschaftlich fundierten Beiträgen auch Beiträge, die auf der Basis praktischer und praxisnaher Erfahrungen über absehbare und mögliche Konsequenzen der skizzierten Entwicklungen berichten.
2 Themenschwerpunkte
2.1 Medienausstattung und -nutzung Jugendlicher
Kinder und Jugendliche sind insgesamt gut bis sehr gut mit digitalen Endgeräten ausgestattet. Zu fragen ist aber, ob diese gute Ausstattung auch alle sozialen Gruppen betrifft oder ob es etwa schicht- oder bildungsabhängige Unterschiede gibt. Auch kann hier der Frage nachgegangen werden, in wie weit Jugendliche bereit und / oder in der Lage sind, die privat vorhandene Ausstattung auch in formalen Bildungskontexten der Schule zu nutzen.
2.2 Chancen und Herausforderungen heterogener Umgebungen
Die Nutzung privater Hardware in Schule wirft eine Reihe von Fragen auf, die im Workshop diskutiert werden können: Wie können verschiedene, private Endgeräte sicher in eine schulische Infrastruktur eingebunden werden? Welche Konsequenzen haben unterschiedliche Geräte, Betriebssysteme und Programme für die Gestaltung eines medienbasierten Unterrichts? Wie kann in heterogenen Umgebungen Support geleistet werden, bzw. wie kann Schule davon entlastet werden? Welche rechtlichen Implikationen sind mit der Nutzung privater Hardware verbunden?
2.3 Private Hardware in der Schule - Konsequenzen für digitale Schulbücher und Bildungs-Apps
In heterogenen Umgebungen müssen auch inhaltliche Angebote so gestaltet sein, dass sie unabhängig von Geräten und Betriebsystemen genutzt werden können. Welche Mindeststandards sind daher für digitale Schulbücher und Bildungs-Apps erforderlich? Welche Konsequenzen hat dies auch für die didaktische Konzeption der Angebote?
2.4 Überall verfügbar - Die Cloud in der Schule
Müssen Schulen oder Schulträger in Zukunft noch umfangreiche Serverlösungen für den schulischen IT-Betrieb betreiben oder sind diese zukünftig zu Gunsten so genannter Cloud-Lösungen verzichtbar? Welche Vor- und Nachteile gehen damit einher und wie müssen Cloud-Lösungen gestaltet sein, damit sie an Schulen einsetzbar sind?
3 Einreichung von Beiträgen
Beiträge können in Form von Aufsätzen (ca. 8 Seiten ) eingereicht werden. Ausgewählte Beiträge werden im Workshop-Band der Tagung veröffentlicht. Beiträge im LNI-Format sind bis zum 18.06.2012 einzureichen bei richard.heinen@uni-due.de.
Praxisberichte können in Form von einseitigen Abstracts eingereicht werden. Sie werden als Kurzreferate in den Workshop eingebracht. Abstracts sind bis zum 18.06.2012 einzureichen bei richard.heinen@uni-due.de.
Die Auswahl der Beiträge erfolgt bis zum 10.07.2012.
Die Endfassung der Beiträge muss für die Veröffentlichung im Online-Tagungsband mit ISSN-Nummer bis zum 15.07.2012 vorliegen
Gesendet von B. E. Stolpmann
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Interview mit Prof. Breiter vom ifib in der Reportage des WDR5: Neue
Medien für die Schule (Autor: Christopher Unger) am 22.02.2012.
Trotz aller aufkeimenden Euphorie über die neue Wunderwelt der iPads
bleiben die pädagogischen und organisatorischen Rahmenbedingungen im
Deutschen Schulsystem nach wie vor ein Hemmschuh. Die Veränderung der
Unterrichtskultur wird nicht durch die Technologie getrieben, sondern ist
ein langfristiger Veränderungsprozess der Schule, so Breiter. Kommunale
Schulträger spielen dabei eine ebenso große Rolle für die Bereitstellung
und den Betrieb der IT-Infrastruktur wie die Lehrerausbildung an den
Universitäten und die Referendarsausbildung. Breiter verweist auf die
Ergebnisse der Studie "Medienkompetenz in Schule" für die Landesanstalt
für Medien NRW, die er zusammen mit den ifib-Kollegen Stefan Welling und
Björn Eric Stolpmann erstellt hat (zur Projektseite).
Gesendet von Andreas Breiter
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