Auch auf der 13. re:publica war Open Data ein wichtiges Thema. Neben Grundsätzlichem wurden zahlreiche Beispiele und Ideen präsentiert und diskutiert, wie offene Daten künftig das Leben einfacher machen könnten. Die Begehrlichkeiten richten sich nicht nur, aber doch zu ganz wesentlichen Teilen auf den Datenbestand der öffentlichen Hand.
Bislang sind Open-Data-Initiativen wie die in Bremen, Hamburg und einigen anderen Städten noch die seltene Ausnahme – mehrheitlich wird den Open-Data-Ansprüchen mit Ratlosigkeit begegnet. Mancherorts scheint sogar die Hoffnung zu bestehen, dass es sich dabei um eine vorübergehende Modeerscheinung handele.
Diese Hoffnungen sind unbegründet. Auf der re:publica gab es keinerlei Anzeichen für Resignation. Im Gegenteil: Die Bewegung wird selbstbewusster und generiert immer neue Ideen. Und mit zunehmender Zahl der Städte und Länder, die hier mitziehen, wird sich der Druck auf die Verweigerer erhöhen.
Vielleicht wird auch das spezifisch Neue an dieser Entwicklung verkannt: Natürlich fänden es alle toll, wenn Verwaltungsleistungen künftig einfacher online erledigt werden könnten – große Aufmerksamkeit hat E-Government außerhalb der Verwaltung aber nie gefunden. Das ist bei Open Data grundlegend anders: Soweit ich das sehe, engagiert sich erstmals eine nennenswerte Öffentlichkeit dafür, dass sich unsere Verwaltungen vor dem Hintergrund der technischen Entwicklung grundlegend wandeln. Dies zu ignorieren, wäre unklug und wird auf Dauer von den Entscheidungsträgern auch nicht durchzuhalten sein.
Gesendet von Martin Wind
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Am 23. April fand in Hamburg zum 6. Mal die Dataport Hausmesse statt. Über 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den norddeutschen Verwaltungen folgten der Einladung ihres Dienstleisters Dataport und dessen Partnerfirmen, um sich über deren innovative Angebote zu informieren, sich untereinander auszutauschen und an dem interessanten Vortragsprogramm teilzunehmen.
Mit der ifib consult als Partner im E-Government-Rahmenvertrag für Dataport und seine Trägerländer waren wir in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Messestand vertreten, den wir unter das Motto „IT, Medien und Bildung“ gestellt und damit als Schwerpunkt unsere Leistungen und Lösungen im Bildungsbereich präsentiert haben. Kurzfristig war dann auch noch mein Vortrag „Und jeder bringt was mit – wohin entwickelt sich die Schul-IT?“ ins Programm gerutscht, der sich mit den aktuell heftig diskutierten Trends „Bring Your Own Devive (BYOD)“ und „Cloud Computing“ sowie deren Perspektiven für den Schulbereich befasste.

Messestand der ifib consult auf der Dataport Hausmesse
Zentrales Highlight an unserem Stand war der interaktive Multitouch-Tisch. Dieser war ursprünglich von dem studentischen Masterprojekt PrIMA (Priming Information for Medical Association) aus dem Studiengang Digitale Medien an der Universität Bremen unter der Betreuung von Prof. Dr. Andreas Breiter entwickelt worden, um fremdsprachlichen Patienten die Kommunikation mit Ärzten zu erleichtern, indem sie mit Hilfe des Multitouch-Tischs bereits im Wartezimmer lernen können, ihre Schmerzen in einer Fremdsprache zu beschreiben.

Staatsrat Hans-Henning Lühr (rechts) und IT-Direktor Dr. Martin Hagen (links) aus dem Finanzressort der Freien Hansestadt Bremen lassen sich unseren Messestand zeigen
Kurzerhand hatten wir den Multitouch-Tisch für die Messe umprogrammiert, um dort in sechs interaktiven Themenbereichen Ergebnisse aus unseren Projekten im Bildungsbereich zu präsentieren. Der Tisch wurde damit zum Anziehungspunkt unseres Messestandes und schnell zeigten sich viele neue Anwendungsmöglichkeiten. Als dann die Messe mit einem DJ auf der Bühne seinen lockeren Ausklang fand, entwickelte sich auch unserer Tisch mit einem darauf laufenden interaktiven Spiel erneut zum Anziehungspunkt.
Insgesamt war es ein erfolgreicher Messeauftritt mit vielen interessanten alten und neuen Kontakten.
Gesendet von B. E. Stolpmann
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Unsere Gruppe von Studierenden im internationalen Master-Studiengang Digital Media an der Universität Bremen hat heute in einer Abschlusspräsentation ihre interaktive Anwendung nebst Evaluationsergebnissen vorgestellt. Das Team wird von Seiten des ifib von Jan Broer, Dorothee C. Meier und mir betreut.
Ziel von PrIMA (Priming Information for Medical Association) war es, das bekannte "Priming"-Konzept für Gesundheitsfragen zu nutzen und damit die Kommunikation zwischen Arzt/Ärztin und Patient/in zu stärken. Dafür wurde eine interaktive Anwendung für einen Multi-Touch Table entwickelt, der in einem Wartezimmer steht. Die Patienten können sich darüber Begriffe in Erinnerung bringen, die sie zur Beschreibung von Schmerzen verwenden können. Durch die Interaktion mit der Anwendung als auch mit anderen Nutzer/innen prägen sich Begriffe leichter ein und können später im direkten Gespräch mit einer Ärztin bzw. einem Arzt leichter verstanden und verwendet werden, was die Diagnosephase erleichtert. Die ersten Evaluationsergebnisse zeigen eine signifikante Verbesserung des Begriffsverständnisses und damit der Ausdrucksfähigkeit. Am Tisch wir weiter entwickelt und es werden auch weitere Anwendungen vorangetrieben.
Gesendet von Andreas Breiter
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Ende März fand im schönen Bern zum ersten Mal die Fachtagung BPM@ÖV statt. Wie das Kürzel schon verrät, ging es um das Geschäftsprozessmanagement in öffentlichen Verwaltungen. Veranstaltet wurde die Tagung von der Berner Fachhochschule Wirtschaft. Der erste Tag war als wissenschaftliche Konferenz angelegt, wobei das Programm ab mittags auch praxisnahe Präsentationen zu BPM-Projekten aus den Nachbarländern der Schweiz vorsah. Am nächsten Morgen ging es mit dem Anwendertag BPM@ÖV weiter.
Ich durfte an beiden Tagen einen Beitrag leisten. Im Rahmen der Präsentationen aus den Nachbarländern habe ich in meinem Vortrag zwei Projekttypen zur interkommunalen Kooperation beim Geschäftsprozessmanagement mit ihren jeweiligen Vor- udn Nachteilen vorgestellt. Daran anknüpfend habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass beim Einstellen von Prozessmodellen in die gegenwärtig so populären Prozessbibliotheken in der Regel der Kontext der ursprünglichen Modellerstellung verloren geht. Um ein Prozessmodell aber zutreffend zu interpretieren und es für die eigene Weiterarbeit nutzen zu können, muss klar sein, ob es z.B. für die Einführung eines IT-Systems, für das interne Wissensmanagement oder für welchen anderen Zweck auch immer erstellt worden ist. Die Darstellung dieses Kontextes wiederum erzeugt beim Autor Zusatzaufwand, was sich hinderlich auf dessen Motivation auswirken könnte, die eigenen Prozesse einer übergeordneten Bibliothek zur Verfügung zu stellen.
Am zweiten Tagen habe ich mit Norbert Ahrend (Nationale Prozessbibliothek), Marc Schaffroth (eCH) und Michael Breidung (Landeshauptstadt Dresden) an einem halbstündigen Roundtable unter Moderation von Konrad Walser (Berner Fachhochschule) über Einführungsvorgehen und Hindernisse beim Geschäftsprozessmanagement im öffentlichen Sektor diskutiert.
Den Kolleginnen und Kollegen aus Bern sei für zwei informative Tage in angenehmer Atmosphäre gedankt. Der Erfolg der Tagung kommt auch darin zum Ausdruck, dass an der Berner Fachhochschule schon die Folgeveranstaltung im kommenden Jahr, voraussichtlich am 9./10. April, geplant wird.
Gesendet von Martin Wind
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Zum dritten Mal nach 2010 und 2012 haben wir im Februar 2013 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bremer Verwaltung nach ihrer Zufriedenheit mit ihrem IT-Arbeitsplatz und dem dafür geleisteten Support befragt.
Damit kann die Zufriedenheit mit der IT-Ausstattung in der Bremer Verwaltung erstmals über einen längeren Zeitraum dokumentiert werden. Dies ist insofern wichtig und interessant, als die IT der Stadt Bremen mit der Auslagerung des IT-Betriebs an den Dienstleister Dataport aktuell vor einem größeren Umbruch steht.
Befürchtungen, dass die Anwenderinnen und Anwender bei einer dritten Wiederholung „befragungsmüde“ werden könnten, haben sich hingegen nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Mehr als 2100 der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit IT-Arbeitsplatz und damit noch einmal deutlich mehr als in 2012 haben sich an der Befragung beteiligt. Fast 800 von ihnen haben zudem die Möglichkeit genutzt, in einer offenen Frage Anregungen und Verbesserungsvorschläge aber auch Kritik zu äußern, was die hohe Bereitschaft aufzeigt, sich an der Ausgestaltung des eigenen IT-Arbeitsplatzes zu beteiligen.
Aktuell werden die Ergebnisse ausgewertet und sollen der Senatorin für Finanzen als Auftraggeberin dann im April 2013 präsentiert werden.
Gesendet von B. E. Stolpmann
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