Bei der Implementation von ITIL-Prozessen liegt in der Praxis die Tücke oft im Detail. Unerlässlicher Erfolgsfaktor ist der Austausch und die Diskussion einzelner Aspekte über die Grenzen der eigenen Organisation hinweg, um von Anderen aus der Praxis zu lernen.
Vor diesem Hintergrund hat das ifib gemeinsam mit der itsm consulting einen Erfahrungsaustausch zwischen dem „Gemeenschappelijk Dienstencentrum ICT (GDI)“ als IT-Dienstleister des niederländischen Justizministeriums und dem „Zentralen IT-Betrieb des niedersächsischen Justizministeriums (ZIB“) sowie Vertretern des niedersächsichen Justizministeriums organisiert. Im Dezember fand ein zweitägiger Besuch des GDI in Zoetermeer, Holland, statt. Ermöglicht wurde dies im Rahmen des Projektes „Erfolgreiche Implementierung von ITIL-Prozessen in der öffentlichen Verwaltung am konkreten Beispiel des Zentralen IT-Betriebs der Niedersächsischen Justiz“.
Am ersten Tag wurden zunächst Vorgehen und Stand der Implementation der einzelnen ITIL-Prozesse beim GDI detailliert besprochen. Die Fallstudie des GDI soll Teil des in Arbeit befindlichen internationalen Vergleichs werden. Anschließend konnten im Rahmen eines Workshops Erfahrungen zur Implementation von ITIL-Prozessen zwischen den niederländischen und deutschen Kollegen ausgetauscht werden. Dabei wurden Aspekte zu Erfolgsfaktoren und Hindernissen aus der eigenen Organisation diskutiert und organisatorische Besonderheiten und Gemeinsamkeiten heraus gearbeitet. Am zweiten Tag konnten die einzelnen Abteilungen des GDI vor Ort besichtigt werden. Hierbei bot sich die Möglichkeit zur intensiven Diskussion spezifischer Themen zwischen den Fachteams.
Der Besuch bot für beide Seiten hilfreiche Themen für die eigene Weiterarbeit. Es soll daher eine Fortsetzung des Erfahrungsaustausches erfolgen. Ein Besuch der holländischen Kollegen beim ZIB ist für das Frühjahr 2010 geplant.
In der ersten und zweiten Dezemberwoche findet eine repräsentative telefonische Umfrage unter Bremer Bürgerinnen und Bürgern zu ihren Einstellungen und Verhaltensweisen zum Thema Klimaschutz statt. Die Befragungsergebnisse fließen in ein Forschungsprojekt ein, das die Effizienz von Bürgerbeteiligung im Klimaschutz untersucht. Die Umfrage wird im Auftrag des ifib und der gemeinnützigen Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens durchgeführt und vom Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa unterstützt.
Das Telefonteam der Forschungsgruppe Wahlen ruft dazu aktuell 800 zufällig ausgewählte Haushalte in Bremen an. Bremens Umweltsenator Dr. Reinhard Loske bittet die Angerufen sich kurz Zeit zu nehmen die 25 Fragen zu beantworten. „Mit nur ein paar Minuten Zeit können Bremerinnen und Bremer weiterhelfen, Klimaschutzmaßnahmen künftig effektiver zu gestalten.“ Alle Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt und anonym ausgewertet. Weitere Informationen zum Forschungsprojekt des ifib finden Sie unter e2democracy.eu.
Logo: e2democracy.eu
Kommunale Prozessintelligenz hat zwei Seiten: Erstens geht es darum, Geschäftsprozesse in den Kommunen intelligent zu gestalten, so dass sie den Anforderungen der Kunden ebenso wie Kriterien von Wirtschaftlichkeit und Qualität gerecht werden. Zweitens müssen diese Prozesse selbst mit Intelligenz ausgestattet werden, damit erforderliche Informationen schnell, bedarfsgerecht und aktuell zur Verfügung stehen.
Auf der Tagung “Kommunale Prozessintelligenz”, die am 29. September 2009 erstmals in Bremen stattfand, informierten sich rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Vorgehensweisen und Ergebnisse abgeschlossener oder laufender Projekte im Zusammenhang mit Geschäftsprozessmanagement in Kommunalverwaltungen. Das Themenspektrum reichte von Darstellungen zu kommunalen Masterplänen, mit denen der Bogen zwischen IT und Prozessen geschlagen wird, über die Optimierung der Rechnungseingangsbearbeitung und Digitales Schriftgutmanagement bis hin zur zwischenmenschlichen Kommunikation als Erfolgsfaktor. Die Vorträge sind online dokumentiert.
Organisiert wurde die Tagung von der E-Government-Akademie des ifib in Kooperation mit dem Beratungshaus b.i.t.consult und der Fachzeitschrift “innovative VERWALTUNG” als Medienpartner. Erste Überlegungen, eine Veranstaltung mit ähnlichem thematischem Zuschnitt im kommenden Jahr zu wiederholen, wurden von den Besucherinnen und Besuchern unterstützt: Über 80% erklärten auf den Feedback-Bögen nach Möglichkeit an einer Folgeveranstaltung teilnehmen zu wollen.
Auf der Veranstaltung ”Sicher, einfach, schnell und online? - Der elektronische Personalausweis aus Verbrauchersicht”, veranstaltet von der Initiative ”Deutschland sicher im Netz”, habe ich auf der Basis von früheren Erfahrungen mit digitalen Signaturen und mit elektronischen Ausweisen im Ausland die Erwartungen gedämpft. Ohne Zweifel bietet der elektronische Ausweis bei Online-Transaktionen mehr Sicherheit, weil sich der Dienstleister erst selbst mit einem vom Bundesverwaltungsamt vergebenen Zertifikat gegenüber dem Ausweis identifizieren muss, bevor dieser den Benutzer fragt, ob er bestimmte Daten aus seinem Ausweis an den Diensteanbieter übermitteln soll, und der Benutzer dies durch Eingabe einer sechsstelligen PIN bestätigt.
Ich bezweifele jedoch, ob diese objektiv vorhandene höhere Sicherheit von den Bürgerinnen und Bürgern auch erkannt und anerkannt wird und zu einer Verhaltensänderung führt.
Bisher wurden kaum völlig neue Online-Dienstleistungen genannt, die man vorher nicht, in Zukunft aber mit dem EPA erledigen kann. Alle für die im Herbst 2009 geplanten Tests ausgewählten Anwendungen (Flugabfertigung, Online-Gewerbeanzeige, Online-Banking, Emissionszertifikatehandel) kann man heute mit Benutzername/Passwort oder digitaler Signatur auch online machen. Mit dem EPA bestimmt sicherer als mit PIN, aber wer bisher kein Sicherheitsproblem mit dem Online-Banking mit PIN und TAN hat, hat auch keinen Grund, diese gewohnte Praxis zu verändern. Mediennutzung, das lehren uns die Kommunikationswissenschaft und die Techniksoziologie gleichermaßen, ist nicht eine rationale Wahl zwischen verschiedenen technischen Hilfsmitteln, sondern zu Gewohnheit gewordene Praxis und daher nicht so leicht zu ändern, und wie weit der Weg von einer Einsicht bis zu einer Verhaltensänderung ist, können wir an unserem eigenen Ernährungsverhalten prüfen.
Erfahrungen in einem vom ifib durchgeführten, international vergleichenden Projekt belegen dieses konservative Verhalten am Beispiel der elektronischen Steuererklärung in Belgien, Österreich und Spanien. Dort wurde die Identifizierung über den EPA oder eine ähnliche Bürgerkarte neben den bisherigen anderen Verfahren angeboten, aber von weniger als einem Prozent der Nutzer eingesetzt. Der objektive Sicherheitsgewinn trifft nicht auf ein subjektiv bisher nicht hinreichend befriedigtes Sicherheitsbedürfnis.
Deswegen habe ich die Absicht, den Sicherheitsgewinn in das Zentrum von Aufklärungskampagnen zu stellen, als besserwisserisch bezeichnet. (Der Weserkurier und die Schwäbische Zeitung zitierten!)
Vor allem die Gruppe, die zu Beginn der Ausgabe im Herbst 2010 einen neuen Personalausweis erhält, die dann 16-Jährigen, wird sich nicht von solchen Argumenten bewegen lassen, ihr Verhalten im Internet zu ändern. Statt über Verbraucher und ihre Erwartungen in Expertenzirkeln zu diskutieren oder Anbieter zu fragen, die die Erwartungen ihrer Kunden auch nicht genau kennen, habe ich vorgeschlagen, auf explorative Weise mit Jugendlichen selbst zu klären, wo sie im Internet bisher etwas nicht machen konnten, was der EPA aber nun ermöglicht. Dies sollte durch Online-Umfragen und einen Ideenwettbewerb in Zusammenarbeit mit ‘Deutschland sicher im Netz’ und Jugendportalen geschehen, aber auch in physischen Zusammenkünften in Workshops, mit denen die Stiftung Digitale Chancen schon sehr gute Erfahrungen gemacht hat.
Der Runde Tisch Digitale Kultur und Schule vereint Akteure aus unterschiedlichen Gruppen und Institutionen, die sich primär mit der Frage befassen, wie insbesondere Schulen, Eltern und Freizeiteinrichtungen, sich vorbereiten, um dem Bildungsauftrag unter den veränderten Bedingungen gerecht werden und Medienkompetenz für Lebens- und Arbeitswelt zu fördern. Ziel ist es, Vorschläge, Empfehlungen und Strategien zu erarbeiten, die den gegenwärtigen und zukünftigen Bildungserfordernissen und den beruflichen Anforderungen gerecht werden. Im Zuge seines Engagements im Bereich schulischer Medienbildung beteiligt sich das ifib auch am Runden Tisch Digitale Kultur und Schule. Mehr Informationen unter: http://dimeb.informatik.uni-bremen.de/rundertisch-digitale_kultur_und_schule/
Foto: David Spender bei flickr unter CC
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