Da uns Social Software und all das, was unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefasst wird, nun schon seit einigen Jahren begleitet, denke ich, dass es an der Zeit ist, die Anwendung dieser Dienste und Konzepte auf das kommunale E-Government unter die Lupe zu nehmen. Veröffentlichungen und Veranstaltungsbeiträge dazu sind bisher nur dünn gesäht (was nicht heißt, dass es sie nicht gibt, aktuell z.B. Input von der Basis von A. Klees oder Die Verwaltung bloggt von R. Mitterhuber).
Für unsere E-Government-Akademie haben wir ein Seminar zum Thema Web 2.0 für Kommunalverwaltungen zusammengestellt, als Termin wurde der 11.11.2008 festgelegt. Zum Einstieg werde ich das untersuchte Feld eingrenzen und dann typische Anwendungsbeispiele und erste Ideen für E-Government-Dienste nennen. Meine Kollegin Barbara Lippa befasst sich mit neuen Möglichkeiten zur E-Partizipation und stellt diese im zweiten Themenblock vor. Schließlich will Beate Schulte einige Antworten zum Thema Barrierefreiheit und Web 2.0 geben. Sie beschäftigt sich im Rahmen des BIENE-Wettbewerbs mit der Thematik barrierefreies Webdesign. Schließlich wollen wir praktische Fragen klären und über die Anwendung in kommunalen Webauftritten und in Mitarbeiterportalen diskutieren.
Wir müssen zur Kostendeckung einen Teilnahmebeitrag erheben (94 Euro incl. MWSt.), für Mitglieder der virtuellen Region Nordwest ist der Beitrag um 10% ermäßigt. Anmeldeformular und Ablaufplan sind auf den Seiten der E-Government-Akademie zu finden.
Da heute im Team die Frage aufkam, wie und ob man Tagclouds barrierefrei gestalten kann, hier ein paar Gedanken dazu.
Tagclouds sind in erster Linie eine optische Orientierungshilfe. Je nach Definition erkennt der Nutzer auf einen Blick, welche Begriffe oft nachgefragt werden (wertende Ausrichtung) oder zu welchen Bereichen zahlreiche Beiträge vorhanden sind (inhaltliche Ausrichtung).
Da es sich bei einer Tagcloud um eine Liste von Links handelt, ist es sinnvoll, für die Darstellung die HTML-Listenform zu verwenden.
Wichtig ist, dass die Priorität eines Begriffes nicht nur optisch erkennbar ist (durch Farbe, Schriftgrad oder -formatierung - hier bitte auf ausreichende Kontraste und Skalierbarkeit der Schrift achten, sowie die Begriffe nicht nur allein durch Farbe unterscheiden), sondern auch im Title des Links auftaucht. Und das nicht in der Form “Priorität 1 ...”, “Priorität 2...” sondern z.B: Arbeitslosigkeit 25 Beiträge Priorität 2, Arbeitswelt 80 Beiträge Priorität 1, Berufliche Aus- und Weiterbildung 5 Beiträge Priorität 3 usw..
Idealerweise besteht die Möglichkeit, die Tagcloud wahlweise alphabetisch oder nach Prioritäten zu sortieren.
Ferner sollte darauf geachtet werden, dass die Links einen ausreichenden Abstand zueinander haben und dass die Zeilenhöhe ausreichend ist.
Außerdem sollte dem Nutzer unbedingt die Möglichkeit gegeben werden, die Tagcloud zu überspringen, am besten durch Einsatz eines Ankers oder Accesskeys der zum Beginn des nächsten Seitenbereichs führt.
Im Sinne der Barrierefreiheit sollte sich die Tagcloud natürlich auch nicht automatisch im Hintergrund aktualisieren und verändern, während man die Webseite betrachtet. Auch eine dynamische Neuordnung der Begriffe bzw. Vergrößerung der Schrift bei ähnlichen Themen o.ä., wenn man z.B. mit der Maus drüberfährt, wird eher verwirren statt helfen.
Wenn es sich um eine Tagcloud mit wenigen wichtigen Begriffen für den gesamten Webauftritt handelt statt für vereinzelte untergeordnete Bereiche, könnte man zusätzlich auf das Microformat rel="tag" zurückgreifen, das seinen Platz im a-Tag hat. (z.B. <a href="http://www.irgendwas.de/stiftung" rel="tag">Stiftung Digitale Chancen</a>). Achtung: Semantisch als Tag gekennzeichnet wird hierbei nicht der am Bildschirm angezeigte Verweis “Stiftung Digitale Chancen” sondern der letzte Abschnitt des Links, in diesem Fall “stiftung”.
Leer- und Sonderzeichen des Tags in der URL sollten dabei URL-encodiert sein.
Gesendet von R. Romppel
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Der BIENE Wettbewerb (http://www.biene-wettbewerb.de) wird 2008 zum fünften Mal durchgeführt, um die besten deutschsprachigen barrierefreien Webseiten zu prämieren. Wie auch in den vergangenen Jahren führt das ifib die Auswertung der Einreichungen durch.
Das mehrstufige Verfahren zur Evaluation ist insbesondere durch die Ergebnisse einer Grundlagenstudie zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderung erweitert worden. Die Studie wurde von der Stiftung Digitale Chancen und der Aktion Mensch initiiert und in Zusammenarbeit mit dem ifib umgesetzt.
Das Prüfverfahren im BIENE Wettbewerb besteht aus Experten-Reviews und Praxis-Tests mit Betroffenen. Von Juli bis November 2008 werden die eingegangenen Beiträge nach diesem Verfahren ausgewertet und anschließend dem fachlichen Beirat des Wettbewerbs und der Jury zur abschließenden Entscheidung vorgelegt.