Die Verwaltung hat viele Daten. Manche veröffentlicht sie von sich aus, andere auf Nachfrage, wieder andere gar nicht, weil sie nicht will oder keine Zeit dafür hat und immer nur in der Form, wie es die Verwaltung sinnvoll findet oder nicht anders kann. Das soll mit den aus den USA kommenden Initiativen für “offene Verwaltungsdaten Daten” (Open Government Data) anders werden.
Die Verwaltung soll alle ihre Datenbestände unmittelbar zugänglich machen, ohne Aufbereitung, als Rohdaten. Aus diesem Rohmaterial sollen dann Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen oder auch einzelne Bürgerinnen und Bürger Anwendungen machen, in denen sie diese Daten aus ihrer Sicht verständlich aufbereiten, mit anderen Daten verknüpfen u.a.m. So könnten z.B. Haushaltsdaten zwischen Bundesländern in einzelnen Positionen verglichen werden oder Abfragen für mobile Endgeräte (Apps) zur aktuellen Feinstaubbelastung entwickelt werden.
Am Dienstag, dem 8. November, hat Bundesinnenminister Friedrich im Rahmen der Open-Government-Strategie des Bundes den Wettbewerb Apps4Deutschland (Anwendungen für Deutschland) eröffnet, an dem sich auch die Freie Hansestadt Bremen mit der Bereitstellung von offenen Daten beteiligt.
Damit dieses Angebot auch konkret genutzt wird, laden das Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib) und die Open Knowledge Foundation, Berlin, für Samstag, den 19. November, zu einem so genannten Hackday ein. Erfahrene Apps-Entwickler zeigen interessierten Mitstreitern, wie man aus den Bremer Daten interessante Anwendungen machen kann. “Damit wollen wir insbesondere Studierende der Informatik und der Digitalen Medien an den Bremer Hochschulen ansprechen und motivieren, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen”, begründet Prof. Herbert Kubicek vom ifib diese Initiative, die auch einen kleinen materiellen Anreiz bietet: Die für die Beteiligung Bremens am bundesweiten Wettbewerb zuständige Senatorin für Finanzen hat das Unternehmen PDV als Sponsor gewinnen können und bemüht sich um weitere Sponsoren. Für Anwendungen in Form von Prototypen, die bremische Daten verwenden, werden ein erster Preis von 1000 Euro und zwei zweite Preise von jeweils 500 Euro ausgelobt. Einreichungsschluss ist der 1. Februar 2012. Die Wirtschaftsförderung Bremen begleitet die Initiative mit einem Ideenwettbewerb für Unternehmen.
Der Hackday findet statt am Samstag, den 19. November 2011 im Studierendenhaus auf dem Campus der Universität (Bibliothekstrasse, Zugang über den Boulevard, gegenüber dem Eingang der Staats- und Universitätsbibliothek). Nähere Informationen zum bundesweiten Wettbewerb und der Bremer Beteiligung im Internet unter http://www.daten.bremen.de sowie auf einer öffentlichen Veranstaltung der Senatorin für Finanzen und des ifib am Freitag, den 11. November 2011, im Weser-Tower. Programm und Anmeldung unter http://www.bremen.de/apps4bremen
.Kontakt:
Prof. Herbert Kubicek, Institut für Informationsmanagement Bremen,
Tel. 0421 21856575/ E-Mail: .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)
Daniel Dietrich, The Open Knowledge Foundation (http://www.okfn.org)
twitter.com/ddie
Tel. 0171 780 870 3 / E-Mail: .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)
Zur Erläuterung:
Das Hackday-Konzept:
Mit dem Hackday will die Open Knowledge Foundation (OKF) Programmierer, Journalisten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung und alle Interessierten zusammenbringen, um den Wert und den Nutzen offener Daten zu veranschaulichen.
Gemeinsam wollen wir Daten recherchieren, finden und nutzbar machen, Ideen für Anwendungen entwickeln die Probleme lösen oder einen konkreten Nutzen bringen und dann ordentlich in die Tasten hauen um innerhalb von 48 Stunden Anwendungen zu programmieren die es vorher noch nicht gab.
Open Data Hackday Rezept:
* Ein Wochenende + Hacker + Programmierer + Designer + Journalisten + andere Nerds
* Außerdem: Mehr oder weniger offene Daten aus Verwaltung und Politik
* Sowie: Ein Wochenende Zeit & unsere Innovation und Kreativität
* Ergebnis : Anwendungen, die zeigen, dass man in kurzer Zeit mit offenen Daten Webseiten, Mashups, Visualisierungen usw. programmieren kann, die einen echten Nutzen für Bürgerinnen und Bürger bieten.
Ähnliche Hackdays rund um die Weiternutzung von offenen Daten gab es bereits in mehreren Ländern, unter anderem in den Niederlanden, Frankreich, UK, Australien, USA, etc. Den ersten Hackday in Deutschland gab es im April 2010, siehe
opendata.hackday.net
Gesendet von B. E. Stolpmann Zuordungen:
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