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Kommentar zur Verabschiedung der WCAG 2

Grundsätzliche Bedenken

Nach sechs Jahren Diskussion und Entwicklungszeit liegen die Web Content Accessibility Guidelines 2 neues Fenster: (WCAG 2) des W3C zur Verabschiedung vor. Dies hat bereits zu heftigen Kontroversen auch in der deutschsprachigen Diskussion geführt – hierzu ein neues Fenster: Überblick.

Am ifib wurde die Diskussion mit Interesse verfolgt und wir haben grundsätzliche Bedenken bezogen auf die Sicherstellung der Verständlichkeit neues Fenster: eingebracht:


Umstrukturierung des Aufbaus

Die Umstrukturierung der WCAG 2 in vier allgemeine Prinzipien, die eine größere Technologieunabhängigkeit gewähren, befürworten wir sehr. Wir befürchten jedoch, dass in der Praxis ein ausschließlicher Fokus auf die Erfolgskriterien (Success Criteria) gelegt werden wird. Dem muss entgegengesteuert werden.
Wir fordern, dass die Prinzipien und die Richtlinien (Guidelines) der WCAG 2 ein größeres Gewicht und mehr Wertschätzung erhalten. Die Erfolgskriterien (Success Criteria) müssen als eine (und nicht als die einzige) Möglichkeit der Sicherstellung der WCAG 2 definiert werden. Es muss auf die Grenzen der Erfolgskriterien hingewiesen werden. Der Fokus muss auf die Sicherstellung der Prinzipien und Richtlinien gelegt werden.


Kritik an den Erfolgskriterien zum Prinzip Verständlichkeit

In der Neufassung der WCAG 2 lassen sich durch die allgemeineren Formulierungen auch die Bedingungen (Checkpoints) der WCAG 1 finden, deren Umsetzung in vielen europäischen Ländern mittlerweile gesetzlich festgeschrieben ist. Vergleicht man die konkreten Umsetzungsempfehlungen der WCAG 2 (die Erfolgskriterien) mit denen der WCAG 1 (den Bedingungen/ Checkpunkten), so lässt sich für den Bereich der Verständlichkeit feststellen, dass die inhaltlichen Aspekte verloren gegangen sind: In der WCAG 1 hat die Bedingung 14.1. "Für jegliche Inhalte ist die klarste und einfachste Sprache zu verwenden, die angemessen ist" die höchste Priorität. In der WCAG 2 bezieht die Richtlinie 3.1. inhaltliche Aspekte der Lesbarkeit und des Textverständnisses mit ein. In den Erfolgskriterien zu 3.1 sind diese Anforderungen jedoch nicht mehr enthalten.
Die Erfolgskriterien, die jetzt in der WCAG 2 enthalten sind, bilden nur technisch überprüfbare Randaspekte der Verständlichkeit ab. Die wesentlich wichtigeren "weicheren" Aspekte im Bereich der Verständlichkeit lassen sich nur auf Grundlage eines Expertenwissens und unter Berücksichtigung der spezifischen Zielgruppen eines Web-Angebots standardisiert prüfen. In Deutschland ist dies gängige Praxis und es liegen Erfahrungswerte vor. Sowohl das Zertifizierungsverfahren auf Basis der BITV, der deutschen Übernahme der WCAG 1, als auch das Verfahren zum BIENE-Award gehen so vor. Grundlage hierfür bildet sicher die deutsche Gesetzgebung, die sowohl die Umsetzung der "Bedingungen" (entspricht den Checkpoints der WCAG 1), als auch die Umsetzung der "Anforderungen" (entspricht den Guidelines der WCAG 1) fordert.
Das Zertifizierungsverfahren von DIN CERTCO ist ein von führenden Vertretern aus Wissenschaft, Praxis und Behindertenverbänden entwickeltes Verfahren. Neben der Produktqualität des Web-Angebots wird die Prozessqualität der Content-Pflege mit einbezogen.
Die BIENE (BIENE-Award) prämiert bereits im vierten Jahr die besten barrierefreien deutschsprachigen Web-Angebote, die hierdurch Vorbildfunktion in der deutschsprachigen Diskussion erhalten. Neben Expertentests enthält das Prüfverfahren Praxistests mit Betroffenen unterschiedlicher Behinderungsarten.


Ausschluss von Menschen mit Lernschwierigkeiten und kognitiven Einschränkungen


In der Definition der Zielgruppen der WCAG 2 werden Menschen mit Lernschwierigkeiten und kognitiven Einschränkungen explizit genannt. Auf der Ebene der Prinzipien und Richtlinien sehen wir die Anforderungen dieser Zielgruppen noch enthalten, auf der Ebene der Erfolgskriterien jedoch nicht. Hier findet der Ausschluss statt. In Erfolgskriterium 3.1.5 wird zwar gefordert, dass zusätzliche Inhalte angeboten werden, wenn das Sprachniveau der Texte über dem Niveau des Abschlusses einer allgemeinbildenden weiterführenden Schule liegt. Eine Berücksichtigung der Anforderungen der Zielgruppe mit Lernschwierigkeiten und kognitiven Einschränkungen findet damit aber nicht statt. Zudem bleibt offen, wie sichergestellt wird, dass Texte das geforderte Level (secondary education level) einhalten.


Projekt:
Entwicklung eines Zertifizierungverfahrens (DIN-Siegel) für barrierefreie Internetangebote
BIENE 2006 - Software-Evaluation für Internetanwendungen mit dem Schwerpunkt Barrierefreiheit


13.05.2008 - Online-Bildungsberatung spart Zeit und Wege
21.04.2008 - Konzeptstudie E-Learning im Unterricht
18.04.2008 - IT-Ausgaben von Schulträgern im Vergleich
18.04.2008 - planBench - Online-Tool zur Ausgabenanalyse
01.04.2008 - Projekt: e-Learning in Bremer Schulen beendet
03.03.2008 - Breitband für alle?
29.02.2008 - Studie zu E-Partizipation für das BMI
28.02.2008 - Bequem zur Feinstaub-Plakette
20.02.2008 - Buch zu Informationssystemen in Schulen
18.02.2008 - ifib-Experte in UNESCO-Arbeitsgruppe
12.02.2008 - Medienentwicklungsstudie veröffentlicht
12.02.2008 - Bericht zur Medienintegration veröffentlicht
15.01.2008 - Projekt EINIG: Kick-off im Rathaus
10.01.2008 - E-Partizipation in der Stadtentwicklung
20.12.2007 - LernIT und eContent
18.12.2007 - Mediennutzung in Bremer Schulen
22.11.2007 - KGSt-Bericht zum IT-Support in Schulen
20.11.2007 - Internationale Konferenz Electronic Democracy
14.11.2007 - E-Government-Wissen für Bürger
07.11.2007 - Kunst im ifib
30.10.2007 - ifib ist jetzt Mitglied beim itSMF
28.09.2007 - ifib erstellt Studie zur Mediennutzung
27.09.2007 - ifib erstellt Studie zu E-Partizipation
07.09.2007 - E-Government-Wissen für Unternehmen
30.08.2007 - Tagung: Steuerung mit Zielen
04.07.2007 - ESF-LiU Conference
06.06.2007 - Studie zur Interoperabilität nun online
04.06.2007 - Softwarestandardisierung in Bremer Schulen
25.05.2007 - Kompetenz zu Barrierefreiheit in WCAG 2
09.05.2007 - E-Government in medias res
04.05.2007 - Change-Management beim Support-Netz
27.04.2007 - Ringvorlesung Informationsstadt Bremen
03.04.2007 - Erfolgreicher Workshop
26.02.2007 - Call for Papers ID-Management im E-Government
13.02.2007 - Nationaler und internationaler ISMIS-Workshop
09.02.2007 - ifib legt Konzept zum "Innovationsportal" vor
03.02.2007 - Nutzung digitaler Medien in Bremer Schulen
02.02.2007 - Aktuelle Stellenangebote am ifib
15.01.2007 - Workshop zu Guter Praxis in Interoperabilität
14.12.2006 - Leitfaden "Mitarbeiterportale" jetzt online
09.12.2006 - BIENE 2006 erfolgreich abgeschlossen
16.11.2006 - Gute wissenschaftliche Praxis am ifib
02.11.2006 - Studie zum Projekt Support-Netz
04.10.2006 - Handbuch IT in der Verwaltung erschienen
27.09.2006 - IT Management in Hochschulen
18.09.2006 - Workshop zu Guter Praxis in Interoperabilität
23.08.2006 - Bürgerbeteiligung im Medien- und Methodenmix
17.08.2006 - Zertifikat: Barrierefreie Website
14.08.2006 - Herbert Kubicek wird 60
10.07.2006 - Podcast zur Barrierefreiheit für Webdesigner
19.06.2006 - CfP: E-Government in Verwaltung & Management
01.06.2006 - BIENE 2006: Neuer Kriterienkatalog
04.05.2006 - Fallstudien zu semantischer Interoperabilität
06.04.2006 - Studie zum Projekt Support-Netz
05.04.2006 - ViR Nordwest: Dienstleistungsbeschreibungen
30.03.2006 - Projekt Medienschulen Frankfurt beendet
16.03.2006 - GI-Fachtagung Verwaltungsinformatik 2006
09.03.2006 - Es steht doch nicht alles im Internet
06.03.2006 - Workshop zur Zentralisierung des Meldewesens
09.02.2006 - RFID in der öffentlichen Verwaltung
26.01.2006 - Leitfaden Mitarbeiterportale erschienen
10.12.2005 - Biene 2005 erfolgreich abgeschlossen
01.12.2005 - Vernetzung der Verwaltungen im Nordwesten
04.10.2005 - E-Government-Forschungsplan vorgestellt
27.09.2005 - ifib sucht Mitarbeiter/in für Verwaltung
23.09.2005 - Online-Forum: Interoperabilität im Meldewesen
05.09.2005 - ifib-Tagung
30.08.2005 - ifib führt Ländervergleich durch
20.07.2005 - Durchführung einer Befragung zu OSCI-XBau
15.07.2005 - Erfolgreicher Projektantrag zusammen mit MMKH
30.06.2005 - Pressemitteilung
17.06.2005 - ifib liefert neue Module für BSI-Handbuch
30.05.2005 - Seminar Dokumentenmanagement und Archivierung
23.02.2005 - Neues Lernportal.Bremen online
24.01.2005 - Studie für RuhrCard abgeschlossen
21.01.2005 - Lernportal ab Mitte Februar im Internet
01.12.2004 - Bremen.de in barrierefreiem Outfit
12.11.2004 - E-Government für die Beschäftigten
08.10.2004 - Neue Workshops der ifib E-Government-Akademie
30.09.2004 - TV-Beitrag zum BIENE-Award
21.09.2004 - Start des Projektes WebArc
08.09.2004 - Was ist E-Government?
29.07.2004 - Die Letzten können die Ersten werden. Informationszugang durch Dokumentenmanagementsysteme verbessern.
26.07.2004 - E-Government in NRW: Studie nun verfügbar
14.07.2004 - Vortrag zum 4. Breitband-Forum KölNRW
09.07.2004 - Barrierefreie Stellenausschreibung in Bremen
05.07.2004 - Studie zur medienpädagogischen Qualifizierung
17.06.2004 - Stadtbibliothek mit neuem Web-Auftritt
17.05.2004 - Organisatorische Einbettung von E-Learning
10.05.2004 - ifib gratuliert Werder
30.04.2004 - ifib und IFAKS beschließen Kooperation
28.04.2004 - Projekt zur Bürgerbeteiligung angelaufen
21.04.2004 - Turbotechnik im Schneckentempo - die mühsame Verbreitung elektronischer Signaturen
02.04.2004 - Anekdoten aus der Pressearbeit
31.03.2004 - Zukunft von E-Learning an Hochschulen
26.02.2004 - E-Government erreicht die Mitarbeiter. Mitarbeiterportale erfordern technische Integration und positives Klima
19.02.2004 - EU-Kommission veröffentlicht ifib-Studie
27.01.2004 - Tagung zu Mitarbeiterportalen
26.01.2004 - Evaluation "Rentenkonto-online"
05.12.2003 - BIENE: Prämierung barrierefreier Webauftritte
05.12.2003 - Innovative Bürgerservices im interkommunalen Verbund
15.10.2003 - Ausbruch aus den Kästchen. Was Schulämter und Jugendämter gemeinsam bewirken können.
04.09.2003 - ifib betreut Web-Forum zur Stadtteilsanierung
03.09.2003 - E-Government-Gutachten für Enquetekommission des Landtags NRW