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LernIT und eContent
Prof. Breiter auf der Tagung des MZ Rheinland
Kurzfassung:Als ein Hindernis für die verstärkte Nutzung digitaler Medien im Unterricht wird von Lehrkräften häufig die schlechte Verfügbarkeit von hochwertigen digitalen Lern- und Lehrmaterialien genannt. Wenn, so eine gängige Argumentation, nur genügend gute Software verfügbar wäre, dann würde sie auch sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden können. Gleichzeitig bemängeln Verlage und Softwarehersteller die fehlende Nutzung ihrer aufwändig erstellten Produkte. Sie seien bislang gar nicht in den Schulen angekommen. Zugleich stellt der heutige Beschaffungsprozess von digitalem Content in den Schulen die IT-Dienstleister aufgrund der fehlenden Standardisierung und des hohen Individualisierungsgrads vor große Herausforderungen. Auf der anderen Seite ließe sich argumentieren, dass durch die Verbreitung des Internet und die nahezu globale Verfügbarkeit von Online-Materialien in Zukunft eigentlich gar keine professionelle Entwicklung von Lernsoftware bzw. didaktisierte Software mehr erforderlich sein wird. Tauschbörsen, Online-Communities und entsprechende Findemaschinen würden bald eine Angebotspalette bereitstellen, die frei zugreifbar sein wird und damit den Kauf überflüssig machen.
Es lassen sich vier Integrationsdimensionen identifizieren: pädagogisch (welcher Content für welches Lernarrangement?), technisch (welche Schnittstellen und IT-Services?), rechtlich (Lizenzmodelle und Urheberrechte?) und organisatorisch (wer muss wie im Prozess einbezogen werden?). Dabei handelt es sich insgesamt um ein mehrschichtiges Problem, an dem viele verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Rollen und damit verbundenen Interessen beteiligt sind. Am Beispiel der digitalen Lern- und Lehrmaterialien zeigt sich die Friktion im deutschen Schulsystem aufgrund der Teilung in innere und äußere Schulangelegenheiten, die dadurch noch verstärkt wird, dass Schulen zunehmend in die Selbständigkeit "entlassen" und gleichzeitig regionale Bildungslandschaften geschaffen werden. Bereits die Frage nach der Zuständigkeit für digitale Lern- und Lehrmaterialien lässt sich nicht eindeutig beantworten. Es handelt sich um pädagogische Entscheidungen einzelner Lehrkräfte, die gravierende Auswirkungen auf die Budgetverwaltung der Schule, sowie auf die technische Infrastruktur des Schulträgers hat und von der Rahmensetzung des (jeweiligen) Kultusministeriums beeinflusst wird und damit ein pädagogisches Unterstützungssystem erfordert. Somit zieht sich der Geschäftsprozess quer durch organisatorisch bisher klar voneinander getrennte Bereiche. Dies beginnt mit der Suche nach (fach-)spezifischen Produkten in der Schule, der Beschaffungsentscheidung, der Überprüfung ihrer pädagogischen und technischen Eignung, der Verteilung auf die Schulrechner, das Lizenzmanagement und geht bis zur Einbindung in das Betriebs- und Supportkonzept für die IT‑Infrastruktur. Im Vortrag sollen die Prozesse skizziert, sowie die verschiedenen Argumente abgewogen und Lösungsansätze diskutiert werden.
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