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MuDiKo auf der EdTech-Tagung: Ko-Kreation zwischen Wissenschaft und Schulpraxis

Wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Schulpraxis bei der Entwicklung digital gestützter musikalischer Lernarrangements? Bei dem EdTech Research Forum an der Universität Duisburg-Essen berichteten Hannah-Lynn Breul gemeinsam mit Vanessa Gross und Svenja Horn, zwei Lehrkräfte aus dem MuDiKo-Projekt, von Erfahrungen, Herausforderungen und Learnings aus dem ersten Erprobungszyklus. Der Austausch vor Ort bot zugleich wertvolle Impulse für die Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis weiter gestärkt werden kann.

Wie lassen sich digitale Kompetenzen im Musikunterricht fördern und gemeinsam praxistaugliche Lernarrangements entwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Ko-Vortrag des MuDiKo-Projekts auf dem EdTech Research Forum am 17. September 2026 an der Universität Duisburg-Essen in Essen.

Im Rahmen des Vortrags „MuDiKo – Digitalkompetenzen im Musikunterricht erwerben“ stellten Hannah-Lynn Breul gemeinsam mit Vanessa Gross und Svenja Horn, zwei beteiligten Lehrkräfte aus dem MuDiKo-Projekt, das Projekt vor. Im Mittelpunkt stand dabei weniger die reine Projektvorstellung als vielmehr die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Schulpraxis: Welche Herausforderungen entstehen, wenn wissenschaftliche Entwicklungsansprüche auf den Schulalltag treffen? Und welche Erkenntnisse ergeben sich aus der gemeinsamen Planung und Erprobung von Unterricht?

Ausgangspunkt des Vortrags war die im Projekt entwickelte Unterrichtseinheit, die digitale und musikalische Kompetenzen miteinander verbindet. Anhand der Erfahrungen aus dem ersten Erprobungszyklus diskutierten die Vortragenden, wie sich die Idee der Ko-Kreation unter den konkreten Bedingungen schulischer Praxis umsetzen lässt.

Ko-Kreation trifft Schulalltag

Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Lehrkräften eröffnet die Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen in die Entwicklung von Lehr-Lern-Arrangements einzubringen. Gleichzeitig ist dieser Prozess an strukturelle Bedingungen geknüpft: Zeitliche Ressourcen, schulische Abläufe und organisatorische Rahmenbedingungen beeinflussen, wie gemeinsame Entwicklungsarbeit gestaltet werden kann.

Im Vortrag wurde deutlich, dass Ko-Kreation deshalb nicht allein als gemeinsames Entwickeln einer Unterrichtsidee verstanden werden kann. Sie erfordert auch, Arbeitsweisen an die Bedingungen der Beteiligten anzupassen und mit unterschiedlichen Erwartungen und Handlungsspielräumen umzugehen.

Gemeinsame Erprobung, konkrete Herausforderungen

Wie sich diese Anforderungen in der Praxis zeigen, wurde anhand der Erprobung der Unterrichtseinheit konkretisiert. Dabei ging es um didaktische Entscheidungen ebenso wie um organisatorische Fragen, Datenschutz und technische Voraussetzungen. Die Erfahrungen aus dem ersten Erprobungszyklus machten deutlich, dass die Umsetzung digital gestützter musikalischer Lernarrangements von vielen Faktoren abhängt, die über die ursprüngliche Unterrichtsplanung hinausgehen.

Die gemeinsame Reflexion dieser Erfahrungen bildete eine wichtige Grundlage, um Erkenntnisse für die weitere Projektarbeit abzuleiten. Dabei standen nicht nur Herausforderungen und Grenzen im Fokus, sondern auch die Frage, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Lehrkräften unter den gegebenen Bedingungen weiterentwickeln lässt.

Ergänzend gab das Team einen kurzen Einblick in die aktuellen Arbeiten zum Vibe Coding und damit in ein weiteres Thema, das im Projektkontext bearbeitet wird.

Wissenschaft und Praxis im Dialog

Eine zentrale Erkenntnis aus der Projektarbeit ist, dass die Perspektiven der Lehrkräfte wesentlich sind, um wissenschaftliche Erkenntnisse und die Förderung digitaler Kompetenzen in praxistaugliche musikalische Lernarrangements zu übersetzen. Dafür müssen auch die Grenzen und Herausforderungen berücksichtigt werden, die sich aus systemischen und strukturellen Bedingungen des Schulalltags ergeben.

Auch die Tagung selbst bot einen Anlass, über die Bedeutung des Wissenschaft-Praxis-Transfers zu reflektieren. Der Austausch mit Akteur*innen aus der Praxis zeigte, welchen Mehrwert es hat, Lehrkräfte nicht nur zum Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen zu machen, sondern sie unmittelbar daran zu beteiligen. Der direkte Dialog eröffnet die Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven frühzeitig einzubeziehen, Fragen gemeinsam weiterzudenken und Entwicklungsprozesse stärker an den tatsächlichen Bedingungen schulischer Praxis auszurichten.

Wir haben die Tagung und insbesondere das Format, das Raum für diesen direkten Austausch geschaffen hat, als sehr gewinnbringend erlebt. Wir wünschen uns daher mehr solcher Gelegenheiten, bei denen Wissenschaft und Praxis miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam Fragen bearbeiten und voneinander lernen können – sowohl mit Blick auf die Forschung selbst als auch auf den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis und die langfristige Verankerung und Nachhaltigkeit gemeinsamer Entwicklungen.




Vorträge  MuDiKo