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Beats bauen, KI-Feedback reflektieren: MuDiKo schließt ersten Erhebungszyklus ab

Wie lassen sich fachliches Lernen im Musikunterricht und der Erwerb von Digitalkompetenzen sinnvoll miteinander verbinden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt MuDiKo bei der Entwicklung und Erprobung digitalitätsbezogener Lehr-Lern-Arrangements. Im Mittelpunkt des ersten Erhebungszyklus stand eine mehrstündige Unterrichtseinheit zum Thema „Beats bauen mit GarageBand“, die im zweiten Schulhalbjahr 2026 an drei Projektschulen durchgeführt wurde.

Von der Recherche zum eigenen Beat

Die Unterrichtseinheit verbindet unterschiedliche Bereiche des musikbezogenen und digitalitätsbezogenen Lernens. Zu Beginn recherchieren die Schüler*innen zu zwei Künstlerinnen. Dabei setzen sie sich nicht nur mit den Musiker*innen und ihren Werken auseinander, sondern auch mit der Frage, wie Informationen im Internet gefunden, ausgewählt und anhand geeigneter Quellen überprüft werden können. Abhängig von der jeweiligen Lerngruppe und dem Schwerpunkt der Lehrkraft kann in diesem Zusammenhang auch die Nutzung von KI-Anwendungen thematisiert und kritisch reflektiert werden.

Anschließend lernen die Schüler*innen grundlegende Funktionen der Musikproduktions-App GarageBand kennen. Sie untersuchen bestehende Beats und versuchen, diese nachzubauen. Beim sogenannten Covern der Beats beschäftigen sie sich unter anderem mit Rhythmus, Klanggestaltung, Instrumentierung und dem Aufbau musikalischer Strukturen. Die erworbenen Kenntnisse nutzen sie daraufhin, um eigene Beats zu entwickeln und musikalische Gestaltungsideen umzusetzen.

Den Abschluss der Einheit bildet die Auseinandersetzung mit musikalischem Feedback. Die Schüler*innen formulieren zunächst selbst Rückmeldungen zu entstandenen Produktionen. Anschließend vergleichen sie ihre Einschätzungen mit dem Feedback eines KI-gestützten Analyse-Tools. Dabei untersuchen sie, welche musikalischen Aspekte die unterschiedlichen Rückmeldungen aufgreifen, wie nachvollziehbar und hilfreich sie sind und an welchen Stellen automatisierte Analysen an Grenzen stoßen. Das KI-Feedback wird somit nicht lediglich als technische Lösung eingesetzt, sondern selbst zum Gegenstand der fachlichen und kritischen Reflexion.

Erprobung an drei Projektschulen

Die Unterrichtseinheit wurde im ersten Erhebungszyklus an drei Projektschulen in jeweils vier bis fünf Doppelstunden umgesetzt. Obwohl die inhaltliche Grundstruktur an allen Schulen vergleichbar war, konnten die beteiligten Lehrkräfte die Durchführung an die Voraussetzungen ihrer Lerngruppen, die vorhandene technische Ausstattung und ihre eigenen Unterrichtsschwerpunkte anpassen.

Die schulische Erprobung wurde durch das MuDiKo-Team wissenschaftlich begleitet. Zu den erhobenen Daten gehören Beobachtungsprotokolle aus den Unterrichtsstunden, Interviews mit den beteiligten Lehrkräften, Kurzfragebögen der Schüler*innen sowie die im Unterricht verwendeten und entstandenen Materialien. 

Durch die Verbindung dieser unterschiedlichen Datenquellen soll möglichst differenziert nachvollzogen werden, wie die Unterrichtseinheit im schulischen Alltag umgesetzt wurde. Von Interesse ist unter anderem, wie die Schüler*innen mit den Aufgabenstellungen und digitalen Anwendungen gearbeitet haben, welche fachlichen und digitalitätsbezogenen Lernprozesse sichtbar wurden und an welchen Stellen zusätzliche Orientierung oder Unterstützung erforderlich war. Gleichzeitig wird untersucht, welche organisatorischen, technischen und didaktischen Bedingungen die Durchführung beeinflusst haben.

Unterschiedliche Daten gemeinsam auswerten

Nach Abschluss der schulischen Erprobungen befindet sich das Projekt derzeit in der Phase der Datenaufbereitung und -auswertung. Die Vielfalt des erhobenen Materials stellt dabei sowohl eine Chance als auch eine methodische Herausforderung dar. Beobachtungen, Interviews, Fragebögen, Unterrichtsmaterialien und Musikproduktionen eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf den Unterricht und müssen systematisch aufeinander bezogen werden.

Ziel ist es nicht allein, festzustellen, ob die Unterrichtseinheit „funktioniert“ hat. Vielmehr sollen konkrete Hinweise darauf gewonnen werden, welche Bestandteile sich bewährt haben, wo Schwierigkeiten aufgetreten sind und welche Veränderungen für eine erneute Durchführung notwendig sind. Im Sinne des Design-Based-Research-Ansatzes dienen die Daten damit unmittelbar als Grundlage für weitere Designentscheidungen.

Überarbeitung und nächste Erprobung

Während der schulischen Sommerpause wird die Unterrichtseinheit auf Grundlage der Erfahrungen aus dem ersten Zyklus überarbeitet. Dabei werden beispielsweise Aufgabenstellungen, Materialien und zeitliche Abläufe überprüft. Auch die Einführung in GarageBand, die Begleitung der Arbeitsprozesse und die Einbindung des KI-gestützten Feedbacks werden genauer betrachtet.

Auf die Überarbeitung soll ein weiterer Erprobungszyklus folgen. Perspektivisch ist vorgesehen, die Unterrichtseinheit auch mit weiteren Lehrkräften umzusetzen und zu untersuchen, wie sie eigenständiger und mit weniger unmittelbarer Begleitung durch das Projektteam durchgeführt werden kann. Rückmeldungen der Lehrkräfte und Schüler*innen sollen weiterhin erhoben werden, auch wenn das Forschungsteam nicht in allen Stunden vor Ort sein kann. Auf diese Weise kann überprüft werden, welche Materialien, Unterstützungsangebote und Rahmenbedingungen notwendig sind, damit das entwickelte Szenario auch über den engeren Projektkontext hinaus genutzt werden kann.

Parallel dazu entwickelt das MuDiKo-Team erste Ideen für weitere Lehr-Lern-Arrangements. Ziel bleibt es, fachliches Lernen und den Erwerb von Digitalkompetenzen nicht als konkurrierende Anforderungen zu behandeln. Stattdessen sollen Unterrichtsszenarien entstehen, in denen die Auseinandersetzung mit digitalen Medien und KI aus konkreten musikbezogenen Fragestellungen hervorgeht und für die Schüler*innen fachlich bedeutsam wird.



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