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Projektdaten

Team:

Auftraggeber:

Der Senator für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen

Laufzeit:

01.06.2020 - 31.12.2022

Ansprechperson

Prof. Dr. Herbert Kubicek

Herbert Kubicek

Dr. rer. pol.

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BULE-Projekt

Netzwerk Digitalambulanzen

Das Ifib verantwortet die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projekts „Netzwerk Digitalambulanzen in den Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven sowie dem regionalen Umfeld“

Ziel des Vorhabens ist die Befähigung und Unterstützung älterer Menschen zur gesellschaftlichen Teilhabe im Rahmen der digitalen Daseinsvorsorge durch eine Kooperation der Verwaltung mit zivilgesellschaftlichen Organisationen. Der Anlass ist die schon länger bestehende sogenannte Alterslücke: Der Anteil älterer Menschen, die noch nie das Internet steigt mit zunehmendem Alter. Diese Menschen werden angesichts der fortschreitenden Digitalisierung in ihrer sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Teilhabe eingeschränkt oder sogar ausgeschlossen. Dies ist zum einen ein Problem sozialer Chancengleichheit sowie zum anderen ein Hindernis für die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung und des Gesundheitswesens durch Digitalisierung. 

Daher ist die Verwaltung gefordert, diesen Menschen im Rahmen der Daseinsvorsorge digitale Teilhabe zu ermöglichen und für geeignete Angebote zur Befähigung und Unterstützung zu sorgen, mit denen die bestehenden Barrieren überwunden werden können. Weil die Gründe, nicht online zu gehen oder nicht gehen zu können, sehr vielfältig sind, werden unterschiedliche Maßnahmen erforderlich. Diese reichen von VHS-Kursen über Trainings in kleinen Gruppen und Sprechstunden bis hin zu aufsuchender Assistenz. Wie auch in anderen Städten erreichen die aktuellen Angebote mit ihren jeweiligen Formaten jedoch nicht alle Teilgruppen und sind auch nicht flachendeckend verfügbar.

Um dies zu verbessern, hat die bremische Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag ein Programm angekündigt, „das alters- und situationsgerechte Erfahrungsangebote in Begegnungszentren und -treffs sowie in Wohn- und Pflegeinrichtungen fördert, das durch die befristete Ausleihe von Tablet-PCs mit einem Betreuungsprogramm zur Überwindung von Berührungsängsten beiträgt, und das für die immer wieder auftretenden Probleme bei der Nutzung "digitale Ambulanzen" schafft, die aufgesucht oder angerufen werden können.“

In einem ersten Schritt sind alle Anbieter von Unterstützungsmaßnahmen für ältere Menschen bei der Nutzung digitaler Medien in Bremen und Bremerhaven eingeladen worden, sich in einem Netzwerk auszutauschen, Synergien zu finden und zu realisieren.

Mit der Unterstützung einer Koordinationsstelle in Bremen und einer in Bremerhaven werden Synergien in fünf Handlungsfeldern angestrebt:

  • Zielgruppenspezifische Information über Digitalambulanzen
  • Werbung und Vermittlung ehrenamtlicher Kräfte für die unterschiedlichen Ambulanz-Formate
  • Train-the-Trainer-Schulung
  • Technischer Support für die Digitalambulanzen
  • Schulungsmaterialien und Anleitungen
  • Erprobung neuer Formate stationärer und aufsuchender Digitalassistenz

Anfang 2020 haben sich 17 zivilgesellschaftliche Organisation in Bremen und Bremerhaven zur Mitwirkung in dem Netzwerk bereit erklärt. Auf der Seite der Verwaltung sind die Senatskanzlei, der Senator für Finanzen, die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport und der Magistrat Bremerhaven beteiligt. Finanziert wird das auf drei Jahre angelegte Projekt aus Landesmitteln und einem Zuschuss des Bundesinnenministeriums. Es wurde aus einem größeren Kreis von Bewerbungen als Open Government Labor ausgewählt. Diese werden aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) gefördert.

Über den jeweils aktuellen Stand des Projektes informiert diese Internet-Seite

Weitere Informationen zu den Open Government Laboren gibt es hier.

Publikationen zum Projekt

Kubicek, Herbert (2021) Digitalambulanz unter Corona-Bedingungen. Erfahrungen und Schlussfolgerungen aus den ersten fünf Innovationsprojekten im Netzwerk Digitalambulanzen Bericht der Wissenschaftlichen Begleitforschung im Auftrag des Senators für Finanzen der Freien Hansestadt


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