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Hochschulforschung vor Ort: Unsere Reise durch Kanada und die USA

Einmal quer über den nordamerikanischen Kontinent: drei Hochschulen in neun Tagen – das war unser sportliches Ziel im ComAI-Teilprojekt zur Bildung. Insgesamt galt es, über 3600 km Luftlinie mit Auto, Bus, Bahn und Flugzeug zu bewältigen und 15 Interviews mit 35 Personen im Umfang von über 19 Stunden zu führen und zwei Vorträge an renommierten Forschungsinstituten zu halten. 

Im Februar 2026 starteten wir (Andreas Breiter, Paula Goerke, Veronika Graceva und Jule Jensen) also in diese besondere Dienstreise – einmal über den Atlantik hinweg, um unsere Fallstudien an deutschen Hochschulen mit Ergebnissen aus US-amerikanischen und kanadischen Hochschulen zu ergänzen und zu kontrastieren. Ziel war es, auch hier Einblicke in das Zusammenspiel von KI und Hochschule zu erhalten und näher zu erfahren, wie das Aufkommen von (kommunikativer) KI, Prozesse der Datafizierung, das Wettbewerbsverhalten von Hochschulen oder auch das Studium von neurodivergenten Studierenden beeinflusst. 

Während der gesamten Dienstreise hatten wir die Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Akteur*innen der Hochschulen zu sprechen – mit CIOs, Professor*innen, Dekan*innen und den Mitarbeiter*innen der unterschiedlichsten Serviceeinrichtungen und aus diesen vielfältigen Perspektiven einen umfassenden Gesamteindruck zu entwickeln: 

Andreas Breiter: "Mein Highlight: Ich war sehr positiv überrascht, wie wichtig an den besuchten Hochschulen die nachhaltige Bereitstellung von KI-basierten Systemen angesehen wird. Das gilt sowohl für die Unabhängigkeit von US-amerikanischen BigTech als auch für den weniger klimaschädlichen Betrieb von Rechenzentren.“ 

Jule Jensen: "Ich fand es interessant zu hören, dass viele Studierende aus Sorge vor Überwachung durch ihre Unis lieber auf kommerzielle Angebote wie ChatGPT zurückgreifen, wo sie in der Masse an Nutzenden vermeintlich anonym sind, als auf lokal von Hochschulen betriebene KI-Modelle. Ich habe den Eindruck, dass es in Deutschland andersherum ist: Lieber lokale Lösungen als Big Tech aus den USA.“ 

Veronika Graceva: “Ich fand es besonders spannend zu hören, welche strategischen Entscheidungen auf Ebene der Hochschulleitung im Moment im Raum stehen und wie Kooperationen mit anderen Institutionen und Regionen im Kontext der Auseinandersetzung mit KI eine ganz neue Rolle spielen.” 

Gleichzeitig gab es auf der Reise direkt zweimal die Möglichkeit, nicht nur etwas über das aktuelle Geschehen an den Hochschulen zu erfahren, sondern auch unsere eigenen bisherigen Erkenntnisse mit einem neuen Publikum zu teilen. In zwei Vorträgen, einem am OISE (Ontario Institute for Studies in Education) in Toronto, einem am CSHE (Center for Studies in Higher Education) an der UC Berkeley, konnten wir unterschiedlichste Ergebnisse teilen – von quantitativen CHE-Daten, zu den ersten Erkenntnissen aus unseren Fallstudien in Deutschland bis hin zu Ergebnissen aus Fragebogen- und Interviewstudien mit neurodivergenten Studierenden in Deutschland. Unsere Inputs wurden dabei mit großem Interesse aufgenommen und im Anschluss noch angeregt mit den verschiedenen Teilnehmer*innen diskutiert. 

Paula Goerke: "Die Möglichkeit, direkt zwei Vorträge halten zu können und unsere eigenen Themen vorzustellen, war ein absolutes Highlight für mich. Durch den Input der Diskutant*innen, aber auch unseren generellen Aufenthalt konnte einige interessante neue Denkansätze mitnehmen, die ich gerne noch weiterverfolgen möchte."

Neben diesem spannenden inhaltlichen Austausch bot uns die Dienstreise noch einige weitere Highlights: den Besuch einer Arcade-Bar und verschiedener Museen, das Erleben einiger Sonnenauf- und -untergänge, eine Fahrt mit einem autonomen Taxi, zahlreiche Eichhörnchen und die authentische Superbowl-Erfahrung in einer Latino-Bar. 



ComAI